Kinpun Sakhan & The Golden Rock 

So gegen 21 Uhr nach dem langen, anstrengenden Tag in Hpa-An, kamen wir in Kyaikto an. Wir (der Belgier, Kanadier und ich) wurden irgendwo im Dunkeln am Straßenrand ausgesetzt, denn der Bus und alle anderen Insassen fuhren noch weiter. 

Kinpun Sakhan

Wir wollten noch in das 15 km entfernte Dorf Kinpun Sakhan und hatten damit gerechnet einfach in ein Taxi steigen zu können oder wenigstens ein TukTuk zu bekommen. Dem war nicht so. Es gab gerade mal 4 Rollertaxen und auch nach mehrfachem Nachfragen konnte scheinbar kein Auto beschafft werden. Da wir keine Wahl hatten, ließen wir uns schließlich jeder per Rollertaxi für 3.000 Kyat (= 2,20€) nach Kinpun Sakhan bringen.

Mein Rollertaxifahrer lud mein Gepäck zwischen seine Beine, zwischen Lenkrad und ihm und ich hatte echt Sorge, ob er so überhaupt fahren könnte. Ich stieg hinten auf und er fuhr direkt los, während die 2 Jungs noch länger brauchten.

Die Straßen waren dunkel und leer, die Luft kühl und der Himmel klar. Ich habe die Sterne lange, lange nicht so hell leuchten sehen. In allen Kurven und Kreuzungen hupte er wie wild, damit bloß alle möglicherweise entgegenkommenden Fahrzeuge uns kommen hörten.

Nach etwa 20 Minuten kam ich als erste im Ort an. Wir hatten uns vorab eine Unterkunft online ausgeguckt und wollten dort abgesetzt werden, aber mein Fahrer setzte mich vor einem anderen Hotel ab. Ich weiß nicht, ob er es nicht richtig verstanden hat oder nicht weiter fahren wollte, denn das Hotel wäre am anderen Stadtende gewesen.. Aber so ist das hier eben..

Ich fragte den Hotelpagen, der schon nach meinem Gepäck griff, nach Preisen, was wenig erfolgreich war, da seine Englischkenntnisse gegen Null gingen. Ich erkundigte mich also an der Rezeption, wurde dann aber rausgerufen. Mein Fahrer versuchte mir zu sagen, dass die anderen beiden woanders abgesetzt wurden und er brachte mich hin. Wir guckten uns das Guesthouse an, aber es war nur minimal günstiger und in ollem Zustand und so überzeugte ich die Jungs das 40$ 3-Bettzimmer in dem anderen Hotel zu nehmen, wo mein Fahrer mich zuerst abgesetzt hatte. Es war die bisher beste, westlichste Unterkunft und beinhaltete ein Frühstücksbuffet. Die Haltestelle der Busse zum Golden Rock war nur ein paar Meter entfernt, sodass wir am nächsten Morgen früh und einfach zum goldenen Felsen fahren konnten.

Kyaiktiyo – The Golden Rock 

Ich hatte Bilder des goldenen Felsen gesehen und fand sie wirklich beeindruckend – aber die Realität und das ganze drum herum sieht leider etwas anders aus.

Wir sind am nächsten Morgen um 8.45 Uhr zur Bushaltestelle gegangen und stellten fest, es waren keine Busse, sondern Trucks, die alle 15 Minuten oder so losfuhren. In diesen Trucks waren Bretter als Sitzbänke und Rückenlehen installiert (vllt von etwa 15cm Breite) und JEDER Truck wurde mit mindestens 6 Leuten pro Reihe (bei Kindern und Frauen auch meist mehr, weil sie schmaler sind!) besetzt und das auf 7 Reihen! Das ist einfach typisch asiatisch. Möglichst viel auf wenig Raum quetschen – egal worum es sich handelt :D

Ich weiß nicht mehr wie lange die Fahrt ging, vielleicht 20-30 Minuten mit mehrfachen Stopps zum Spenden sammeln für buddhistische Zwecke. Die Fahrt (2.500 Kyat = 1,80€ inklusive Versicherung) hatte teilweise etwas Achterbahn-Charakter und mein Rücken bekam blaue Flecke von der Lehne.

Auf dem Berg angekommen liefen wir vorbei an zahlreichen Ständen mit Souvenirs und religiösen Opfergaben o.ä. bevor wir zu einem ersten kleineren goldenen Felsen kamen und dann zum eigentlichen goldenen Felsen. Als „Foreigners“ mussten wir, wie an fast allen Sehenswürdigkeiten, Eintritt zahlen (6.000 Kyat = 4,35€). (Nur so nebenbei: Wir dürfen überall in der Welt mehr zahlen als Einheimische, aber wenn nur Ausländer in Deutschland zur Kasse gebeten werden würden, dann sind wir wieder die Bösen, die diskriminieren?!)

Alle Buddhisten – und das waren die meisten anderen – gingen ihren Ritualen nach. Es gab kaum westliche Touristen. Viele  Einheimische grüßten uns und wollten häufig Fotos von uns & mit uns machen – wie fast überall in Myanmar.

Auf dem Rückweg wurden wir Ausländer dann übrigens nochmal zur Kasse gebeten, um die 2.500 Kyat zu zahlen – alle anderen zahlten nur den Hinweg!

Der Felsen selbst ist schön und mit Sicherheit ein gutes Fotomotiv, aber das ganze Drumherum (Spendensammelstopps z.B.), die Kosten, der Aufwand für 5 Minuten fotografieren war insgesamt eine „war ok, aber muss ich nicht nochmal machen“-Erfahrung. Das Ganze mag anders aussehen für Buddhisten, für die der Ort eine besondere Bedeutung hat, aber dem üblichen Touristen würde ich zwar nicht abraten hinzufahren, aber doch den Punkt eher unten auf der Liste der zu besuchenden Orte in Myanmar ansiedeln und nur machen, wenn man wirklich viel Zeit (also mind. 3-4 Wochen) hat.

Weiterreise – zurück nach Yangon

Noch am selben Tag um 12 Uhr saßen wir im Bus nach Yangon für 5.500 Kyat. Wir hatten Glück und bekamen die Plätze in der ersten Reihe mit viel Beinfreiheit und guter Sicht. Eigentlich wollten die zwei Jungs nebeneinander sitzen, aber ein buddhistischer Mönch auf Platz 4 machten den beiden einen Strich durch die Rechnung. Ich als Frau darf nämlich nicht neben einem Mönch sitzen!

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