Eine Nacht am Flughafen 

Vorgestern war es soweit. Ich musste aus Indonesien ausreisen. 

Für den 15. Januar hatte ich schon während ich in Myanmar war einen Flug von Bali über Singapur nach Ho Chi Minh City (HCMC) gebucht, da einen Tag später mein indonesisches Visum abgelaufen wäre. Ich wusste zwar, dass ich sehr wahrscheinlich auf Lombok sein würde, weil von dort ja meine Schwester ihre Abreise geplant hatte, aber von Lombok nach Vietnam war aufgrund der Flugpreise von mind. 230€ keine Option. Ich entschied mich also für die günstigstere Variante ab Bali mit Jetstar (ca. 90€ mit den 20 kg Gepäck, die extra bezahlt werden). Ich hatte noch 5 Tage alleine, die ich auf Lombok oder Bali oder beidem hätte verbringen können. Ich entschied mich dann doch in dem kleinen, hübschen Hotel in Kuta Lombok zu bleiben, weil Bali vergleichsweise sehr überlaufen ist!

Von Lombok nach Bali

Lombok und Bali sind Nachbarinseln. Es gibt eine günstige Fähre (40.000 Rupien meine ich), aber die braucht auch 5 Stunden von Lombok nach Padang Bai, Bali. Dann muss man auch erstmal von Kuta, Lombok zum Hafen, Lembar, fahren (ca. 1 Stunde) und von Pandang Bai zum Flughafen auf Bali wären es auch nochmal an die 2 Stunden. Minimum 8 Stunden oder wahrscheinlich eher mehr mit Verspätungen. Der Preis sei normalerweise 200.000 Rupien mit allen Transporten – also Kuta, Lombok bis Kuta, Bali – aber für 180.000 Rupien (knapp 12€) im Angebot. Das wäre ein kompletter Reisetag geworden! Und der Witz ist, man kann Flüge zwischen Lombok und Bali schon ab 12€ bekommen. Für meinen Flug um 17.20 Uhr mit Lion Air habe ich knapp 210.000 Rupien (keine 14€) bezahlt für 30 Minuten Flugzeit. Also irgendwie sinnvoller oder?

Letzter Tag auf Lombok

Dadurch, dass mein Flug erst um 17.20 Uhr ging und ich also erst um 15.30 Uhr zum Flughafen fahren musste, hatte ich also noch den halben Tag Zeit die Insel zu genießen. Ich verbrachte den Morgen also am Mawi Beach, kehrte mittags ins Hotel zurück, hatte genügend Zeit noch in den Pool zu hüpfen, Mittag zu essen und dank eines kostenlosen Late Check Outs, den ich mir erhandelt hatte, konnte ich auch mein Zimmer solange behalten.

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Reisezeit

Mein Flug nach Bali hatte am Ende eine ganze Stunde Verspätung und so war es gut, dass ich knapp 5 Stunden hatte zwischen Ankunft und dem nächsten Abflug. Ich musste ja auch mein Gepäck abholen und erneut einchecken. Hat zum Glück alles gut geklappt. Um 22.45 Uhr saß ich also im nächsten Flugzeug nach Singapur. Mein Gepäck konnte durchgecheckt werden bis HCMC, nur einen Boarding Pass musste ich mir für den nächsten Flug besorgen.

Fast halb zwei Uhr morgens Ortszeit kam ich in Singapur an, lief kurz durch den Flughafen auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz und gönnte mir noch ein Snickers (mochte ich eigentlich nie gerne, aber seit ich die einmal auf Gili T aus dem Kühlschrank gegessen habe, mein derzeitiges Lieblingsschokodings).

Mein Schlafplatz & kleiner Schreck zwischendurch 

Ich entschied mich, draußen zu schlafen, weil im Flughafen selbst gefühlte 18 grad herrschten und ich meinen dicken Pulli diesmal schlauerweise im Koffer hatte. Es gibt verschiedene kleine Gärten in Terminal 1 des Changi Aiports: den mit Seerosen für Raucher, einer der unbesucht war und einen Kakteengarten, aber den habe ich nicht gesehen, sondern wählte den zweiteren, wo ich ganz alleine war und legte mich auf eine der Bänke.

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Es war eigentlich angenehm warm, aber durch  die eiserne Bank (oder Müdigkeit?) fror ich trotzdem irgendwie und mein Sarong war auch nicht wirklich eine Hilfe. Es war deutlich dunkler als sonst überall im Terminal, dafür aber mit Fluglärm. Naja war eh schon 2.20 Uhr und um 7.10 Uhr ging mein nächster Flug. Ich nutzte mein Augencover und Ohropax in einem Ohr, das andere auf meinem Rucksack, aus Sorge sonst vielleicht meinen Wecker nicht zu hören.

Ich schlief gerade mal eine Stunde, als ich langsam merkte, dass jemand mit mir zu reden schien. Ich lugte unter meinem Augencover hervor und sah mich schon fast im Gefängnis. Vor mir stand eine Polizistin, die mir Fragen stellte. Rechts und links von ihr zwei Soldaten mit Gewehren, die halbsogroß waren, wie die Menschen selbst. So aus dem Schlaf gerissen brauchte ich einen Moment, um mich zu sammeln und auf die Fragen der Dame einzugehen. Am Ende wollte sie nur wissen, wo ich hergekommen bin, wo ich hin will, welchen Flug ich habe und meinen Pass sehen. Mit der Bemerkung „einen schönen Schlafplatz haben Sie gefunden“ verabschiedete sie sich. Die Soldaten durchsuchten noch die Büsche und dann waren sie wieder weg. Und ich versuchte wieder einzuschlafen.

Zwischendurch bekam ich am anderen Ende des kleinen Gartens noch Gesellschaft von am Flughafen arbeitetenden Indern, die Pause machten. Um halb 6 war ich dann auch schon wieder wach, beschloss mir Frühstück und Kaffee zu holen und machte mich auf den Weg zum Gate. Ich musste mir ja noch meinen Boarding Pass besorgen, hatte aber keine Ahnung wo. Es gab auch keine Informationsstelle oder so, wo ich hätte fragen können. Zum Glück klappte das ganz problemlos am Gate.

Ankunft in HCMC

Um 8 Uhr morgens war ich dann endlich in HCMC. Mit den Papieren für mein Visum, reihte ich mich dann in die Menge ein. Aber davon – von dem Visumsprozess – erzähle ich besser separat.

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