Geschichten aus dem Hostel-Leben 

112 Tage bin ich mittlerweile von zu Hause fort. Was wiederum bedeutet, dass ich 111 Nächte nicht in den eigenen vier Wänden und nicht im eigenen Bett geschlafen habe. Ich hatte so viele verschiedene Unterkünfte, dass ich euch so auf Anhieb überhaupt keine Zahl nennen kann. Es waren viele! 

Nicht alle Unterkünfte waren Hostels. In Myanmar und Indonesien war ich viel in Hotels, was zu zweit häufig ähnlich teuer ist, wie ein Bett im Dorm (Schlafsaal). Hinzu kommt bei Myanmar, dass das Hostelwesen noch nicht so verbreitet und das Angebot daher kaum vorhanden ist.

Hostels

Der Hauptgrund in Hostels zu übernachten ist, neben den häufig günstigen Übernachtungskosten, vor allem die zwangsläufige Begegnung und der Austausch mit anderen Reisenden. Man findet schnell Anschluss, trifft Leute aus aller Welt (Europa und Kanada sind meistens am stärksten vertreten), erhält Unmengen Tipps für diese oder vielleicht sogar künftige Reisen und erlebt einfach eine Menge gemeinsam. Nicht immer macht es Spaß im Dorm, aber nach 112 Tagen hab ich mich doch sehr daran gewöhnt das Zimmer mit wechselnden fremden Menschen zu teilen.

Dorms

Dorms gibt es in allen Größen. Ab 3 Betten bis hin zu 20 hatte ich schon vieles dabei. Standard sind meist 6,8 und 12 Betten pro Zimmer. Oft gibt es sogar ein Badezimmer pro Dorm. Wenn nicht, dann gibt es sie auf dem Flur für alle Zimmer und nicht unbedingt nach männlich/weiblich getrennt. Das ist in Asien regelmäßig der Fall, auch in Cafés und Restaurants.

Female Dorm

In manchen Hostels werden Frauenschlafsäle angeboten, die ich häufig auch gewählt habe, wenn der Preisunterschied zum normalen nicht überzogen ist. Denn hin und wieder kostet dieser aus mir unverständlichen Gründen mehr als der reguläre.

Der Vorteil ist, dass man sich auch mal einfach so umziehen kann, ohne darauf achten zu müssen, ob männliche Mitbewohner da sind oder hereinplatzen. Und Frauen sind tendenziell ordentlicher, würde ich behaupten.

Mixed Dorm

Ich muss zugeben, dass das Übernachten im Mixed Dorm sehr gewöhnungsbedürftig war. So oder so musste ich mich erstmal daran gewöhnen, immer Leute um mich zu haben, was zu Hause nicht der Fall war, da ich die letzten 6 Jahre in meiner eigenen Wohnung gewohnt habe. Und dann bin ich nun in diesen Mixed Dorms, mit fremden Männern und Frauen, die in Unterwäsche herumlaufen, schnarchen, rölpsen (vor allem Asiaten!), betrunken nachts wiederkommen, rumlärmen und Unterhaltungen führen, Leute die früh aufstehen müssen, um weiterzureisen, etc. Die Liste ist lang.

Meistens bleibt es hierbei. Allerdings habe ich auch schon anderes erlebt. Das ist natürlich immer abhängig von den Leuten, die auch gerade da sind und wie die so drauf sind. Es gibt echt verrückte Reisende und genügend, deren Hauptziel des reisens Parties, Alkohol & evtl. Drogen sind. So kann es vorkommen, dass auf den Zimmern gekifft wird; man, wenn man nachts zurück kommt in Sexgeschichten reinplatzt oder davon geweckt wird (und eingeladen wird mitzumachen); dass man morgens aufwacht und die anderen nackt sieht, weil wahrscheinlich zu viel Alkohol am Vorabend im Spiel war. Und und und..

Das Hostel-Leben wird nie langweilig! Kann aber doch mal zu viel werden. Vor allem für mich als ruhige, ordnungsliebende Person.

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