Tag 120 – Wo bin ich und was mache ich eigentlich? 

Heute ist tatsächlich schon Tag 120 meiner Reise! Ich kann es selbst immer noch kaum glauben! 4 Monate ohne Arbeit, ohne festen Wohnsitz, ohne festen Freundeskreis,… Ja, es ist manchmal echt anstrengend!  In jedem Ort muss man sich neue Freunde suchen, eine neue Unterkunft wählen, herausfinden was es so zu tun gibt, etc. Aber die Mühe ist es jedes Mal wert! Ich habe unglaublich viele tolle Menschen kennengelernt, so viele tolle Dinge erlebt und Orte erkundet. 

Ho Chi Minh City 

Momentan befinde ich mich wieder in Ho Chi Minh City, schon fast eine Woche mittlerweile. Viel länger als ich geplant hatte, aber so ist das nunmal und zum Glück habe ich keinen zeitlichen Stress.

Ursprünglich war mein Plan angefangen in Ho Chi Minh City über Mui Ne, Da Lat, Nha Trang, Hoi An weiter nach Norden bis Hanoi, Sapa und Halong Bay zu reisen. Das habe ich mir dann in Hoi An anders überlegt. Alle aus dem Norden kommenden Reisenden haben über das kalte, nasse Wetter erzählt und nachdem ich mal gegoogelt habe, musste ich lernen, dass hier momentan Winter ist und die Temperaturen vor allem in Sapa unter die 10 Grad gehen. Und weil ich in Sapa unbedingt ein 2-Tage-Trekking machen möchte mit Übernachtung in einem Dorf (da gibt’s keine Heizungen!) habe ich mich dagegen entschieden.

Hoi An 

Ich habe es also nur bis Hoi An geschafft, wo ich einen schönen, sonnigen Tag hatte und die 6 Tage danach nur noch Wolken, Wind und teilweise Regen bei 22 Grad. Das wurde mir dann zu blöd und so bin ich am 6. Januar nach Ho Chi Minh City geflogen. Die Flugpreise waren so günstig (ganze 22€ mit Gepäck), sodass ich mir die 24 Stunden Busfahrt lieber erspart habe.

Tet Holiday – Lunar New Year

Am 8. Februar war Lunar New Year, was im Vietnam der größte Feiertag des Jahres ist. Vergleichbar mit unserem Weihnachten. Fast alle Geschäfte schließen rund um diesen Tag, Preise für Transportmittel aller Art steigen, weil alle nach Hause zur Familie fahren wollen. Bedeutet, vor dem 8. ist es teuer in den Norden zu reisen, nach dem 8. ist es teurer Richtung Süden, weil die meisten scheinbar im Süden arbeiten und dann ihre Familien im Norden besuchen.

Ich habe Tet also in HCMC verbracht und es keinen Moment bereut! Der Unterschied war gewaltig! Ich habe die Stadt 3 Wochen zuvor und dann zu Tet erlebt und war wirklich überrascht wie leer sie war an Tet. So viele Geschäfte waren geschlossen, die Massen an Rollern und Motorrädern um ein Vielfaches geringer, sodass die Straßen teilweise wirklich leer waren! Teil von Tet ist es auch, alles sauber zu machen und mit Blumen zu schmücken, was überall sichtbar ist.

Am Abend des 7. Februars wurde dann um Mitternacht auf der prachtvoll geschmückten Straße Nguyen Hue mit einem 15 minütigen Feuerwerk das neue Jahr – Jahr des Affen – begrüßt.

Broma: Not a Bar

Zum Glück hatte ich am Abend zuvor einen Deutschen und einen Holländer kennengelernt, die definitiv besser informiert waren über Tet als ich. Andernfalls hätte ich das Feuerwerk wahrscheinlich verpasst! Und genau das ist eigentlich das faszinierende am Reisen. Man kommt in eine Stadt, kennt niemanden, keinen Plan von nichts und alles wendet sich zu einem fantastischen Aufenthalt!

Die beiden Jungs haben mich mitgenommen zum „Broma: Not a Bar“ eine kleine, hübsche Rooftop-Bar an der Nguyen Hue Straße von der aus wir das Feuerwerk sehr gut sehen konnten. Es war wirklich eine hübsche, nicht ganz günstige Location! Aber genau mein Fall, da ich nicht zu den Backpackern gehöre, die jeden Euro dreimal umdrehen müssen oder so gut wie pleite sind. Davon habe ich reichlich getroffen. Von daher freue ich mich umso mehr, Gleichgesinnte zu treffen, was teilweise nicht so einfach ist. Die meisten Reisenden sind 18-25 Jahre alt und gerade mit Schule oder Uni fertig und daher mit weniger Budget unterwegs.

Wir hatten einen super Abend und ich habe zufällig Leute wiedergetroffen, die ich schon 2 Wochen zuvor in Nha Trang kennengelernt hatte. Einen Ami und einen weiteren Holländer (Holländer trifft man hier wirklich massig!). Das ist übrigens das Gute am Vietnam: alle reisen entweder von Nord nach Süd oder umgekehrt die selben Städte ab, sodass man die Leute immer mal wieder trifft.

Da alle außer der Ami am nächsten Tag abgereist sind, habe ich die zwei folgenden Tage mit dem Ami verbracht.

Cu Chi Tunnels

Wir waren beide noch nicht bei den Tunneln, was eines der Hauptattraktionen um HCMC herum ist. Deshalb haben wir für den 9. eine halbtägige Tour dorthin gebucht. Darin enthalten war der Transport und ein Guide, der uns was zu der Anlage aus Kriegszeiten erzählt hat. Wir konnten uns in Löchern verkriechen, Fallen ansehen und durch einen Tunnel „laufen“. Es war nur ein kleines Stück, aber in der Hocke vorwärts zu kommen war echt mühsam und kam einem deutlich länger und weiter vor als es ist.

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Rooftops

Hab ich schon erwähnt, dass ich ein großer Rooftop-Fan bin? Nachmittags haben wir ein Hotel mit Rooftop Pool und Bar aufgesucht, wo wir den Tag ausklingen lassen haben.

Den folgenden Tag sind wir zum Liberty Central Riverside Hotel, einem Hotel mit Infinity Pool und Skybar und haben dort quasi den ganzen Tag verbracht. Als Nicht-Hotelgäste hat uns das 8€ Eintritt gekostet, aber das war es wert! Am gleichen Abend ist mein Ami Buddy leider auch schon abgereist, zurück nach Hause nach Florida.


Und so bin ich wieder alleine – zumindest vorerst ;) – in einer großen Stadt und habe meinen Tag damit verbracht, ein Bikini zu suchen. Leider erfolglos. Mein Bikini fällt nach etlichen Wochen Sonne leider langsam auseinander, sodass es echt Zeit für ein neues wird!

Den Nachmittag/frühen Abend bin ich mal wieder in einem Café – nein nicht bei Starbucks!- und schreibe für euch :)

Mein Plan für die nächsten Tage

Am 16. Februar läuft mein Visum ab, sodass ich dann spätestens das Land verlassen muss. Nach Möglichkeit tue ich das schon eher. Per Bus nach Phnom Penh in Kambodscha. Das ist nur 6 Stunden Fahrt entfernt. Allerdings würde ich dort gerne Couchsurfen (das erst Mal!). Ich habe in Hoi An einen Deutschen kennengelernt, der von seinem fantastischen Couchsurfing in Phnom Penh erzählt hat und mich an seinen Gastgeber vermittelt hat. Doch der weiß noch nicht, ob er nicht die nächsten Tage nach HCMC muss und solange das nicht feststeht, fahre ich noch nicht rüber. Also eventuell verbringe ich demnächst ein paar Tage bei einem schwulen Filipino in Phnom Penh :)

I loved it! 

4 Wochen Vietnam sind fast vorbei und ich fürchte, ich werde es vermissen! Vor allem das Essen (die Suppe Pho)! Ich hatte eine großartige Zeit und überraschender Weise gehört das Land zu meinen Favoriten. Ich werde auf jeden Fall nochmal wiederkommen und den Norden bereisen!

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