Vipassana Review

Ihr Lieben, ich habe es endlich mal geschafft meinen Vipassana Blogpost fertigzustellen! Ich weiß, ihr musstet lange warten! Das tut mir auch wirklich leid, aber meine einzigen Mittel sind Handy und iPad mini, sodass, je länger die Texte werden, es umständlicher wird, den Überblick zu behalten. 

Hier also mein Bericht: 

10 Tage Stille – tatsächlichen waren es nur 9,5 – sind vorüber! Es war unglaublich! Das waren garantiert die härtesten 10 Tage meines Lebens! So viele ups and downs, so ein harter Zeitplan, die Regeln.. Aber ich hab es geschafft! Ich hatte viele Zweifel und Überlegungen abzubrechen (zumindest in den ersten 3 Tagen täglich), aber man hat eigentlich gar keine Wahl. Denn zu Beginn, bei der Registrierung nach Ankunft unterschreibt man ein Formular mit Fragen zu persönlichen Daten, u.a. zur (mentalen) Gesundheit. Gleichzeitig versichert man, dass man sich die 10 Tage samt Regeln und Tagesablauf zutraut und sie vollständig absolvieren wird. Das mag komisch klingen, aber nach Abschluss der 10 Tage kann ich das vollkommen nachvollziehen! Alles andere macht keinen Sinn. Wenn man 3, 5 oder 7 Tage für Anfänger anbieten würde, dann hätte man noch garnichts oder viel zu wenig gelernt! Ich selbst hatte erst am 8. Tag meinen größten Fortschritt!

Die Technik & das Ziel

Ich will eigentlich garnicht viel zur Technik sagen, denn die muss wirklich in den 10 Tagen Stille erlernt werden. Nur so viel, dass ihr eine ganz grobe Vorstellung bekommt: Tag 1 bis 3 beschäftigt man sich damit, seinen natürlichen Atem im Dreieck um die Nase herum zu beobachten (nicht zu beeinflussen!), danach beginnt man seinen Körper in einzelnen Schritten nach Gefühlen abzuscannen und diese Gefühle zu beobachten – das Entstehen und Vergehen. Ziel ist es, egal wie sehr es piekst, kitzelt oder juckt nicht darauf zu reagieren. Denn was Vipassana anhand dieser körperlichen Erfahrung lehrt ist, dass alles vergänglich ist, egal wie gut oder schlecht das Gefühl, die Situation ist und gleichgültiger zu reagieren. Alles kommt und geht. Es lehrt, im Jetzt zu leben und uns mit den wichtigen Dingen im Leben zu beschäftigen und positiv auf unsere Umgebung und Geschehnisse zu reagieren.

In unserer Gesellschaft beschäftigen wir uns zu wenig mit dem jetzt. Wir grübeln über die Vergangenheit (was haben wir nicht gut genug gemacht oder was kann man anders machen) und schmieden Millionen Pläne für die Zukunft, von denen eh nur ein Bruchteil Umsetzung findet. Von klein auf werden wir darauf getrimmt alles zu bewerten, zu kritisieren und vor allem Erwartungen an alles und jeden zu haben. Ich habe mich schon länger gefragt, wozu das gut sein soll. Zum Beispiel würde ich in meiner ehemaligen Firma gefragt, wo ich mit 50 Jahren stehen möchte. Woher soll ich das heute wissen?! Wer weiß, wo mich das Leben hintreibt und siehe da: ein Jahr später bin ich schon nicht mehr in der Firma, dem Beruf und nicht in Deutschland.

Die Vipassana-Technik ist nicht religionsgebunden

Es gibt mit Sicherheit einige unter euch, die sich fragen, ob das ganze eine religiöse Sekte ist oder ähnliches. Aber ich kann euch beruhigen. Ist es nicht! Das ganze hat garnichts mit Religion zu tun, auch wenn man es meinen könnte. Es basiert zwar auf der Lehre Buddhas, aber diese an sich ist keine Religion. Es gibt keinen Gott und auch Buddha will nicht verehrt werden. Buddha war nur der erste, der die Technik erfahren und so zum erleuchteten wurde und sie anschließend anderen lehrte. Die Verehrungen Buddhas und die Rituale der Buddhisten ist eine andere Sache und nicht in geringster Weise Teil des Vipassanas. Die Vipassana-Technik ist einzig und allein auf einen selbst gerichtet, um selbst zu einem besseren Menschen zu werden und ist daher von allen Religionsanhängern erfahrbar und erlernbar, ohne das diese ihren Glauben bzw. ihre Religion verändern müssten.

Das Dhamma Kancana in Thailand

Das Meditationszentrum liegt in einem winzigen Dorf mitten in den Bergen umgeben vom Khao Laem Nationalpark in der Provinz Kanchanaburi in Thailand. Die Meditationshalle bildet den Mittelpunkt. Zur rechten Seite hin befinden sich der Frauenbereich, also der Speisesaal und die Zimmer der Frauen. Gleiches für Männer auf der linken Seite der Meditationshalle. Männer und Frauen verbringen die 10 Tage getrennt voneinander und es nicht erlaubt, den Bereich des anderen Geschlechts zu betreten. Auf dem Grundstück weisen Schilder mit der Aufschrift „female area ends here“ daraufhin. Auch bei den Gruppenmeditationen sitzen die Herren links in der Halle, die Frauen rechts. Selbst ein Sitzen mit Blick Richtung Männer (und umgekehrt) ist untersagt, wie ich später von einer Teilnehmerin erfahren habe, die darauf hingewiesen wurde.

Mein Zimmer

Jede/r Teilnehmer/in bekommt ein Einzelzimmer mit Bad. Die Unterkunft war sehr einfach. Ein Bett mit einer 5cm dicken, harten Matratze (war aber nicht so unbequem wie es klingt), ein kleines Tischchen mit Hocker, ein Ventilator, ein Meditationshocker, und das Bad mit Dusche, Waschbecken, Toilette. In jedem Zimmer gibt es Besen und Kehrblech und Putzmittel, weil jeder selbst für die Sauberkeit seines Zimmers und vor allem vor Abreise zuständig ist.

Der Speisesaal & das Essen

Der Speisesaal ist riesig und hat am einen Ende eine Reihe von Großküchenwaschbecken, am anderen Ende einen großen Tisch, auf dem das Essen serviert wird. Rundherum an den Wänden sind Essenplätze. Es soll ja nicht kommuniziert werden, daher sitzt man mit dem Gesicht zur Wand. Zusätzlich gab es noch Tische mit Mittelwand. Durch die Zimmernummer hatte jeder einen festen Sitzplatz und ein Geschirrset zugeordnet. Das Ganze erinnerte mich am Ankunftstag an Gefängnis. Alles ist hell und kalt, dann dieser riesige Edelstahl-Teller mit 5 Fächern.. Zusätzlich zu dem Teller bekam jeder noch eine Tasse, Gabel, einen kleinen und großen Löffel und eine kleine und eine etwas größere Schale. Messer gab es – wie so häufig in Thailand – nicht. Jeder musste sein Geschirr immer selber spülen, sobald er/sie fertig war mit Essen.

Das Essen war immer asiatisch. Es gab fast täglich Reis, manchmal Nudeln, Suppe, verschiedene Gemüse, Tofu und thailändische Nachtische. Letzteres habe ich immer probiert, aber selten gemocht. Asiatische Nachtische sind für meinen europäischen Geschmack sehr merkwürdig. Mal gab es knatschgrüne und -pinke Nudeln, die mit Kokosmilchsoße gegessen wurden oder ein anderes Mal Kokosmilch mit Lychees, Kidneybohnen, irgendwelchem schwarzen Glibberzeugs und andere Früchte, die ich nicht benennen kann.

Die Hauptgerichte waren aber deutlich besser und es gab immer genügend leckeres dabei. Zusätzlich konnte man sich morgens, mittags, abends (Teepause um 17 Uhr) ebenfalls an Toast, Butter und Erdbeermarmelade bedienen, sodass eigentlich niemand Sorge haben muss zu verhungern. Entgegen der Ankündigung, dass es abends nur Früchte und Tee gäbe, wurde trotzdem Toast angeboten. Das hat mich etwas enttäuscht. Aber vor allem weil ich es auch fast immer gegessen habe. Früchte gab es erstaunlich wenig zur Teepause, dafür aber immer mindestens zwei verschiedene Fruchtsorten zum Mittagessen. Das waren häufig Minibananen, Papaya, Wassermelone und Pomelo.

Zum Frühstück gab es ebenfalls asiatische Gerichte aus Reis oder Vermicelli mit Gemüse und immer Suppe. Nach einigen Tagen habe ich tatsächlich auch meistens das asiatische Frühstück bevorzugt, weil ich die Toastmahlzeit ja zur Teepause hatte.

Meine Vipassana Erfahrung

Anreisetag

Nach der Registrierung und der Zimmerzuweisung, gaben wir unsere Wertsachen, Kameras, Handys, Notebooks, etc. ab. Sie wurden separat in kleinen Schließfächern verschlossen, deren Schlüssel man behalten durfte. So war sicher gestellt, dass auch kein anderer in den 10 Tagen Zugang hat und Dinge verschwinden oder benutzt werden konnten. Dann hatten wir etwas Luft bevor es um 17h Abendessen und danach in die erste Meditation ging. Es war quasi eine Einführung und erste Erklärung der Technik während wir auf unseren Kissen in der Meditationshalle versuchten alles umzusetzen, was erklärt wurde. Um 19 Uhr gab es dann wie jeden Abend den Teachers discourse, den ich glückerweise auf Deutsch per mp3-Player zu hören bekam. So konnte ich alle Details verstehen. Dieser abendliche Discourse wurde zu meinen Tageshilights, weil egal wie schlecht der Tag gelaufen ist, man immer mit einem guten Gefühl und motiviert aus den 60 bis 80 Minuten Vortrag herausgegangen ist. Und anschließend in der letzten halben Stunde abends von 20.30 bis 21 Uhr nochmal alles umsetzen konnte (okay – das hat auch nicht immer funktioniert, aber meistens). Ab 21 Uhr war Ende und wir konnten auf unsere Zimmer gehen. Um 22 Uhr wurden alle Lichter ausgeschaltet.

Noble Silence

Ab 18 Uhr mit der ersten Meditation begann übrigens auch die „noble silence“ (Noble Stille), die jegliche Kommunikation verbietet und bis zum Vormittag des 10. Tages eingehalten werden musste.

Tag 1 

Um 4 Uhr morgens ertönte der erste Gong. Um 4.15 Uhr wurde ich dank des Duschens und der Geräusche der anderen wach. Ich musste ja mein Handy abgeben und hatte so keinen Wecker mehr! Zum Glück habe ich noch meine alte icewatch eingepackt, sodass ich wenigstens eine Uhr dabei hatte. Ich sprang also aus dem Bett, machte mich fertig und 5 min später ertönte schon der nächste Gong, der aufforderte, sich zur Halle zu begeben. Wir saßen also alle schön ordentlich um 4.30 Uhr auf unseren Meditationskissen und meditierten. Um 5 Uhr erschienen die Lehrer und das Tonband mit Goenkas Gesängen und der Mediationsanweisung wurde angeschaltet.

6.30 Uhr gab es Frühstück und eine Pause.

Ab 8 Uhr wurde wieder meditiert. Die Gruppenmeditationen waren die wichtigsten des Tages. Davon gab es 3 Stück (morgens, mittags, abends) die auf keinen Fall verpasst werden durften. Wer zu spät erschien, der wurde gesucht und alle anderen warteten auf diese eine Person. (Und ja ich gebe zu, das ist mir am 2. Tag mal passiert zur morgendlichen Gruppenmeditation).

Um 9 Uhr verkündeten die Lehrer dann eine 10 Minuten Pause und als alle wieder zurück waren, mussten entweder die alten oder die neuen Schüler bleiben. Jeder wurde in einer Gruppe aus 4-5 Personen nach vorne zur Lehrerin gerufen und befragt, ob die Technik verstanden wurde oder wie die Umsetzung klappt. Danach wurde nochmal gemeinsam meditiert und wir durften zurück auf unsere Meditationskissen oder auf die Zimmer gehen, um weiter zu meditieren.

Von 11 bis 12 Uhr gab es Mittagessen und anschließend bis 13 Uhr eine Pause. Ich war so totmüde, dass ich die Stunde geschlafen habe. Von 13 bis 14.30 Uhr konnte auf den Zimmern oder in der Halle meditiert werden. Ich blieb auf dem Zimmer und meditierte wenig erfolgreich. So langsam setzen auch Langeweile, Schmerzen vom Sitzen im Schneidersitz und das Denken an Abbruch ein. Um 14.30 Uhr mussten dann alle wieder in die große Halle. Es herrschten um die Zeit täglich mindestens gefühlte 38 Grad in der Halle und wir mussten lange Hosen und bedeckte Schultern haben! Die Konzentration war bei allen relativ schlecht, wie man am häufigen Wechseln der Positionen erkennen konnte und alle waren froh, um 15.30 Uhr wieder auf die Zimmer (die wesentlich kühler waren) zu dürfen, wenn die Anweisung der Lehrer nicht wieder war, dass entweder die alten oder neuen Schüler wie am Vormittag bleiben mussten.

Tag 2

Da der Tagesablauf im Grunde der gleiche ist spare ich mir dies und erwähne nur noch die Highlights.

An Tag 2 hatte ich meine ersten kleineren Meditationserfolge und schaffte es, mal eine Stunde still zu sitzen. Trotzdem setze mittags wieder die Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Langeweile ein. So langsam gingen meinem Kopf die Themen aus, worüber er hätte nachdenken können. Ich freute mich auf den Vortrag am Abend und schaffte es auch in der anschließenden Meditation 30 Minuten im Schneidersitz zu sitzen. Voll motiviert schlief ich ein.

Tag 3 

Das war wahrscheinlich einer der größten Tiefpunkte. Am liebsten hätte ich abgebrochen, aber das ging ja nicht und einfach rauslaufen konnte ich auch nicht, weil es einfach nichts im Umkreis gab! Und wenn man so im Alltag manchmal denkt, dass man Langweile hat – an Tag 3 war mir sterbenslangweilig!! So langweilig wie noch nie!! Das kann man glaub ich wirklich nur erfahren, wenn man von der Welt abgeschnitten und keinerlei Medien und Kommunikation zur Verfügung hat. Ich beobachtete die anderen zeitweise (mein Meditationsplatz war in der letzten Reihe) und ich konnte sehen, wie schlecht es den anderen westlichen Teilnehmern ging. Die Asiaten hingegen waren alle sehr diszipliniert und gut.

Ich zählte die Tage und hoffte einfach nur das es bald vorbei ist.

Tag 4 – Sittings of strong determination

Am 4. Tag begannen die Aditthana Sitzungen – sittings of strong determination. Das bedeutete, man durfte in den Gruppenmeditationen seine Arm- und Beinposition nicht mehr verändern und die Augen nicht öffnen. Wer mal versucht auch nur 30 Minuten im Schneidersitz zu sitzen, wird merken, das tut weh! Die Füße und Beine schlafen ein, der Rücken schmerzt. Wir Europäer sind das auf dem Boden sitzen einfach garnicht gewöhnt. Bei den Asiaten ist das deutlich üblicher. Mir fiel es super schwer. Ich war echt schlecht darin. Nach 45 Minuten waren die Schmerzen meist richtig schlimm, sodass ich meine Beine bewegte, begann die Lehrerin zu beobachten und auf das Ende zu hoffen. Sie schaltete ca. 5-10 Minuten vor Ende immer das Tape mit Goenkas Gesang ein, dass das Ende einläutete.

Tag 5

Diesmal hatte ich tatsächlich wieder Erfolge und konnte zumindest eine halbe Stunde sitzen und meditieren ohne Positionsveränderungen. Meistens haperte es nämlich entweder an dem einen oder dem anderen. Also entweder durchgehend sitzen, aber die Gedanken nicht kontrollieren zu können oder umgekehrt die Gedanken auf die Aufgabe (das Beobachten von Gefühlen) zu konzentrieren, aber das sitzen im Schneidersitz nicht durchzuhalten.

Tag 6 

Der Tag lief so dahin mit Hoch- und Tiefpunkten, aber keinen nennenswerten Ereignissen. Die Pausen verbrachte ich jeden Tag auf dem Außengelände, wo ich die Natur beobachtete und allerlei Spinnen, Raupen, Schmetterlinge, Geckos, Eidechsen, Ameisen und Vögel sah. Ich war nicht die einzige, die die Natur als Unterhaltung nutzte :)

Tag 7 

An Tag 7 bekam ich in der Mittagspause einen Zettel der Organisations-Chefin zugeschoben, dass ich nach dem Mittag zur Sprechstunde der Lehrerin sollte. Ich machte mir die ganze Mittagspause lang Gedanken, ob ich irgendetwas falsch gemacht habe, konnte aber eigentlich auch nichts finden. Am Ende wollte sie mich nur sprechen, weil ich mich nie von selbst zur Sprechstunde eingetragen hatte und sie sichergehen wollte, das ich die Technik verstand und klar kam. Also halb so wild und alles gut!

Tag 8

Das war der Tag an dem ich den größten Meditationserfolg hatte. Ich schaffte es eine Stunde lang ruhig zu sitzen und auch in diesen „Zustand“ zu kommen. Ich weiß nicht so recht wie ich es beschreiben soll. Zuerst war ich super glücklich, als ich merkte, dass alles Leiden endlich erfolg gebracht hat. Das legte sich aber ganz schnell wieder. Ich nahm die Schmerzen in den Beinen wie aus der Ferne wahr. Es war nicht wichtig. Es würde vorüber gehen. Ich war einfach im Jetzt, zufrieden mit dem was ich tat und hatte eine komplette innere Ruhe in mir. Ich hätte eigentlich noch länger so sitzen können, aber wurde von dem Pausenaufruf der Lehrerin unterbrochen. Das war definitiv die längste und beste Meditation in den 10 Tagen. Danach gelang es mir leider nicht nochmal bzw. nur kürzere Zeit. Als ich den Schneidersitz auflöste taten meine Beine und Füße höllisch weh. Sie waren eingeschlafen.

Tag 9

Die Vorfreude auf das Ende wurde größer und ich konnte kaum glauben, dass ich es durchgehalten habe. Es war quasi der letzte Tag der ernsthaften Meditation, denn am 10. Tag nach der Morgenmeditation dürfte wieder gesprochen werden.

Tag 10 

Nach der morgendlichen Gruppenmeditation war es uns erlaubt wieder zu sprechen, als Gewöhnung an das „normale“ Leben. Was komisch war! Ich hatte erstmal gar keinen Drang zu reden! Erst langsam entstanden die Gespräche und Erfahrungen wurden ausgetauscht.

Man gab uns Zeit Spenden einzureichen oder ein Blick auf die Bücher, CDs und Videos, die erworben werden konnten, zu werfen. Der weitere Tagesablauf blieb, aber die Konzentration bei den Meditationen war bei allen deutlich gesunken.

Abreisetag

Am Abreisetag gab es eine letzte gemeinsame Meditation, danach erhielt jeder seine Wertsachen, Handys und Kameras zurück und man frühstückte gemeinsam und räumte sein Zimmer auf. Für die im Bus angereisten ging es anschließend im selben Bus wieder in 5-6 Stunden zurück nach Bangkok.

Fazit

Es war super! Super hart, aber sehr lehrreich! Ich würde tatsächlich behaupten, dass es mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat. Aber auch emotionaler und sensibler. Trotz allem stehe ich noch ganz am Anfang der Technik und begreife wahrscheinlich nur einen winzig kleinen Teil.

Was mir daran am meisten gefällt, ist die Lebenseinstellung. Tue Gutes und erfahre Gutes. Schlechte Zeiten gehören zum Leben dazu, aber das ist kein Grund zu verzweifeln, sich hängen zu lassen oder aufzugeben. Im Gegenteil! Durch Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln kann manchmal einiges deutlicher  und eine Lösung herbeigeführt oder Besserung der Situation aufgezeigt werden. Es lehrt auch aktiv die Dinge anzugehen, für sein Glück zu arbeiten, denn am Ende ist es einfach so: von nichts kommt auch nichts. Vipassana-Menschen sind aufrichtige, aufmerksame, ehrliche Menschen, die gelernt haben, nicht mit Negativität oder Frustration auf Dinge zu reagieren. Auch wenn etwas mal nicht klappt oder man schlecht in etwas ist, soll man die Realität wahrnehmen, mit Gleichgültigkeit reagieren und beim nächsten Mal versuchen sich zu verbessern. Frustration bewirkt nur das Gegenteil und schafft noch mehr Verspannungen und Negativität, was Vipassana verhindern will.

Was ich mich in den ersten Tagen gefragt habe, war: Wie kann ich jemals ein gutes Vipassana-Kind sein, wenn ich schon jetzt weiß, dass ich nicht alle Regeln in meinem Alltag einhalten kann? Denn dazu müsste man Nonne oder Mönch werden. Das liegt mir nunmal nicht ganz so nah (wie wahrscheinlich der Mehrheit aller). Aber auch diese Frage wurde im Laufe der 10 Tage beantwortet. Vipassana kann von allen ausgeübt werden, auch wenn man nicht alle Regeln befolgen kann. Man sucht sich quasi das beste heraus, also die Theorie und Praxis. Ob man nun z.B. jeden Tag vegetarisch ist oder nicht, ist nebensächlich. Jeder nimmt so viel der Technik und Lebensart auf, wie es für sein Leben möglich ist.

Mein Ziel für 2016 ist es übrigens, nochmal ein Vipassana zu machen, wenn auch vielleicht nur 3 Tage.

Ich könnte wahrscheinlich noch ewig weiterschreiben und Geschichten aus den abendlichen Vorträgen wiedergeben, aber ich finde ihr solltet eure eigenen Erfahrungen machen! Traut euch! Und falls ihr bereits mal teilgenommen habt (oder auch nicht), bin ich gespannt eure Meinung zu hören!

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