Kampot in Kambodscha 

Nachdem meine holländische Freundin und ich 5 Tage auf der hübschen Insel Koh Rong waren, war es für Sie Zeit zurück nach Phnom Penh zu fahren und dann nach Holland heimzukehren.  

Ich wollte eigentlich noch eine Nacht dran hängen, hatte mich aber natürlich nicht vorab um eine Unterkunft gekümmert. Es gibt jede Menge Bungalows und Doppelzimmer und ein paar Dorms. Ich habe nach dem Frühstück ein paar Unterkünfte abgeklappert und hätte aber mind. 15$ pro Nacht zahlen müssen. Ich überlegte hin und her und beschloss einfach mal bei der Speed Ferry zu erfragen, ob es möglich wäre spontan einen Platz zu bekommen. Normalerweise soll man nämlich einen Tag vorab buchen. Aber siehe da trotz 20 Minuten vor Abfahrt – es war noch Platz um 10 Uhr und um 12 Uhr. Ich buchte für 10 Uhr und fuhr mit der Holländerin zurück nach Sihanoukville, wo sich unsere Wege trennten.

Busfahrt nach Kampot

Ich kaufte für 5$ ein Busticket nach Kampot, eine Küstenstadt etwa 2 Fahrtstunden entfernt. Eine halbe Stunde später wurde ich von einem Mini Van abgeholt. Unterwegs stoppten wir gefühlte 100 Mal, um Leute ein- oder aussteigen zu lassen und um Krabben, Muscheln, Gemüse und anderes Fischzeugs einzuladen. Der Geruch war natürlich super! Zum Glück war es eine kurze Strecke. Zusätzlich wurden wir kurzzeitig mit zu vielen Personen in den Van gequetscht.

Kampot

Kampot ist ein kleines, unspektakuläres Städtchen. Es ist hübscher als Sihanoukville und vor allem für seinen Pfeffer bekannt. Den Nachmittag nach Ankunft und Unterkunftsuche verbrachte ich damit, die Stadt zu Fuß zu erkunden und erreichte den lokalen Markt, wo Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch verkauft wurden.

Der Markt

Während ich so über den Markt lief konnte ich den Verkäuferinnen beim Schneiden von Fleisch, Abzählen von Meeresgetier und Schlachten von Fischen zu sehen. Wer meinen Snapchat (liamari-w) an diesem Tag gesehen hat, kennt die Videos. Fische, Krabben, Aale, Frösche, Muscheln und Schnecken waren alle  (größtenteils) noch lebendig. Ich beobachtete, wie Kundinnen lebendige Fische kauften, die von der Verkäuferin einmal auf das Brett geschlagen, entschuppt, die Flossen abgeschnitten, der Bauch aufgeschlitzt und die Innereien entfernt wurden.

An anderer Stelle saß eine Frau auf einem Holztisch, die Beine ausgestreckt, das Rindfleisch schneidend und um ihre nackten Füße herum, das geschnittene Fleisch liegend.

An noch anderer Stelle waren zig enthäutete, aber noch lebendige Frösche in einer Metallwanne.

Und und und…

Ich habe mittlerweile viele Märkte in Asien gesehen und Fleisch- und Fischmärkte sind wirklich hart anzusehen, aber DIESER Markt in Kampot war wirklich der härteste soweit. Für die meisten von uns kommt Fleisch und Fisch aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt und kaum einer hat gesehen, wie sie sterben oder geschnitten werden, etc. Es war eine faszinierende Erfahrung und gleichzeitig auch ekelerregend! Auch dieser Geruch!

Wiedersehen & eine Radtour in die falsche Richtung 

Am nächsten Morgen war ich zum Frühstück mit einer australischen Freundin verabredet, die zufällig am Abend zuvor zusammen mit einer Deutschen in Kampot ankam. Wir mieteten Fahrräder, um zu einem 7km entfernten Wasserfall zu fahren. Allerdings hatten wir uns nicht genau um die Wegbeschreibung gekümmert. Wir wussten nur, dass wir am Fluss entlang müssen. Also sind wir einfach drauf los gefahren. Bei Mittagshitze und 30 Grad. Nach bestimmt mehr als einer halben Stunde beschlossen wir eine Pause einzulegen und nach dem Weg zu fragen. An der Straße gab es fast nichts und so fuhren wir weiter bis wir ein Hostel erreichten. Und nicht nur irgendein Hostel – ein super schönes! Direkt am Fluß mit Bademöglichkeit, schwimmender Floßinsel mit Hängematten, und Turm zum runterspringen und einer Wasserschaukel. Wir verbrachten die nächsten paar Stunden an diesem schönen Ort, bestellten kalte Getränke und leckeres Essen. Als Nachtisch gönnten wir uns Deep  Fried Oreos (diese schwarzen, amerikanischen Kekse) im Teigmantel in Fett gebadet. Irgendwie mussten wir das probieren, haben es im Nachhinein aber bereut, denn so lecker war es wirklich nicht!

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Wir googelten den Weg zum Wasserfall und mussten feststellen, dass wir in die falsche Richtung gefahren sind. Da wir aber dieses paradiesische Fleckchen entdeckt hatten, hat uns das nicht weiter gestört.

Das beste italienische Street Food! 

Dank meines am Nachmittag bei Facebook geposteten Fotos erhielten wir den Tipp nach dem Street Food Lokal „Ciao“ zu suchen.  Wir fanden es auch und bestellten Ravioli und Gnocchi und hatten bestes italienisches Essen für 3 bis 5 USD vor uns! Der Besitzer ist Italiener und bereitet selbst zu.

Bokor Nationalpark 

Den folgenden Tag machten wir drei Mädels zusammen mit 4 Österreichern eine Tagestour zum Bokor Nationalpark. Jeder Backpacker erzählte davon und es ist scheinbar die Hauptattraktion in Kampot. Von allen Touren, die ich gemacht habe muss ich sagen, das war die langweiligste. Klar die Aussicht war super von dem Berg, aber ansonsten guckten wir uns nur verfallene Häuser, einen Tempel und einen von Menschen angelegten See  an. Der Wasserfall hat wegen der momentan (Ende Februar) herrschenden Trockenzeit kaum Wasser und wurde deshalb für diese Zeit durch den See ersetzt.

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Gegen 15 Uhr wurden wir wieder in Kampot abgesetzt und hatten 2 Stunden Zeit, die wir in einem Kaffee verbrachten. Um 17 Uhr startete dann die in der Tour enthaltene Sunset- Bootsfahrt auf dem Fluss.

Bootsfahrt bei Sonnenuntergang 

Wir waren uns einig, dass das das Highlight des Tages ist. Auf dem Dach eines langsamen Kahns schipperten wir gemächlich daher. Der Sonnenuntergang war zwar wegen der Wolken nichts, aber wir hatten trotzdem Spaß! Nach Einbruch der Dunkelheiten sahen wir jede Menge Glühwürmchen in den Palmen und Büschen am Ufer.

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2 Stunden später waren wir zurück und aßen abermals bei dem Italiener, weil es einfach super lecker war!

Spontanes Ticketbuchen nach Koh Rong 

Beim Essen kam das Thema Weiterreise auf und irgendwie schaffte es die Australierin und die Deutsche alle davon zu überzeugen, nach Koh Rong zu fahren. Die Österreicher hatten das zwar nicht wirklich auf dem Plan und auch nur noch 2 Nächte übrig bevor es nach Hause ging, aber sie ließen sich überzeugen und weil wir eine lustige Truppe waren, gab auch ich meine Pläne nach Kep zu fahren auf. Gemeinsam buchten wir am selben Abend noch Bus- und Fährentickets nach Koh Rong.

Am Morgen darauf, 8 Uhr morgens, wurden wir abgeholt und so ging’s für noch einmal auf die Insel!

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