Vorbereitungen für den Annapurna Circuit

Nachdem ich meine erste Woche in Nepal in einem Yoga Ashram etwa eine Stunde südlich von Kathmandu verbracht habe, bin ich anschließend das erste Mal richtig in die Hauptstadt gekommen. Zusammen mit einer Spanierin, die auch 5 Tage im Ashram verbracht hat, haben wir uns kurz nach Ankunft in Thamel – in dem Backpacker/Touristen-Zentrum Kathmandus – überlegt, dass wir nicht nur nach Pokhara fahren, sondern den Annapurna Circuit laufen wollen. 

Da ich aber nur noch begrenzt Zeit habe – bis zum 26. April genaugenommen – können wir keine 21 Tage wandern. Dank Straßen kann man die Runde abkürzen, sodass wir voraussichtlich nur 14 bis 17 Tage unterwegs sein werden.

Vorbereitung? Ähm…

Da Nepal noch nie weit oben auf meiner Reiseliste stand, bin ich in keinerlei Hinsicht vorbereitet. Ich hatte auch vorab nicht so richtig Zeit, mich zu informieren oder viel über das Land zu lesen. Reisen ist echt zeitaufwendig und Zeit für Vorbereitung auf die kommenden Länder bleibt mir bisher nie. Aber hat ja auch so immer geklappt :) Hier die wenigen Infos, die ich so zusammengekratzt habe:

Die Route

Es handelt sich hierbei um einen Rundweg im Himalaya Gebirge, den wir auf Grund meines Zeitmangels teilweise per Bus bewältigen müssen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu laufen, da die Akklimatisierung an die Höhe so besser geschehen kann als andersherum. Es ist eine der schönsten, abwechslungsreichsten Strecken weltweit. Sie führt um die 8.000+m Annapurna Bergkette herum, durch kleine Dörfer, Wälder, über den Pass, durch eine Wüste und natürlich mit Blick auf atemberaubenden Bergpanoramen.

Im Annapurna Circuit durchläuft man auf den 280 km von 800 m bis 5.416 m Höhe alle Klimazonen außer die Tropen. Bedeutet man muss sowohl für 30 Grad als auch für -5 Grad gerüstet sein.

Ich mit meinen bisherigen Reisezielen in Südostasien bin dafür natürlich nicht ausgestattet. Ich hätte auch niemals gedacht, dass ich so eine Strecke in Angriff nehme. Noch bei Ankunft in Nepal dachte ich, das ist doch verrückt wochenlang einfach nur von Ort zu Ort zu laufen! Und tadaa – jetzt mache ich’s selber :D

Permit & TIMS

Um das Gebirge überhaupt bewandern zu dürfen, benötigt man ein Permit, zu haben ab 2.000 Rupien = 16,50€ und eine TIMS, die ebenfalls etwas über 2.000 Rupien kostet. Beides befugt einen die Annapurna Conservation Area betreten zu dürfen.

Ausrüstung – Bei 30 Grad shoppen nach Winterkleidung

Weder die Spanierin noch ich hatten diese Wanderung geplant und sind beide nicht entsprechend ausgestattet. Was braucht man also für 2 Wochen in den Bergen?! Ich war selbst noch nie in den Bergen – also richtig hohe Berge mit teilweisen Schneegipfeln und so meine ich. Nie Skifahren, nicht im Winterurlaub. Gerade mal die Alpen durchquert bei Fahrten nach Italien.   Was also mitnehmen?! Einen Nachmittag verbrachten wir damit sämtliche Outdoor Shops in Thamel abzuklappern und Leute auszufragen, was wir wohl bräuchten.

Folgende Liste ergab sich:

  • Wanderschuhe
  • Wind- und wasserfeste Jacke
  • Dünne Daunenjacke
  • Fleecejacke
  • Thermo- Unterwäsche
  • Trekkinghose(n)
  • Socken
  • Handschuhe
  • Schal
  • Mütze
  • Trinkflasche
  • Taschenlampe
  • Karte
  • 40/45 l Rucksack
  • Tabletten

Wir rannten uns also anderthalb Tage die Hacken ab, um Artikel und Preise zu vergleichen. Am Ende hat mich alles in allem gute 500€ gekostet, weil ich größtenteils auf die hier reichlich zu habenden Fälschungen verzichtet habe und einen der wenigen offiziellen Outdoor Stores besucht habe. Ich verwöhntes deutsches Kind..

Zum Vergleich: gefälschte Wanderschuhe kosten 4.000 bis 7.000 Rupien (= 35- 60€), während originale (nicht über den Knöchel reichend) ab etwa 120€ zu haben sind.

Ich gehe auf Nummer sicher und habe mir ordentliche Schuhe, die den Knöchel stützen gekauft. Ebenso bei Rucksack, Jacke, Hose und zumindest ein Paar Socken. Ich friere schnell, was mir schnell die Lust verdirbt und u.U. schlechte Laune bereitet. Und wer weiß, wie warm die Unterkünfte so sind..

Körperliche Vorbereitung

Körperlich vorbereiten – abgesehen von der Woche Yoga – konnte ich mich für die Wanderung nicht. Ich bin grundsätzlich sportlich, wobei Ausdauer definitiv zu meinen Schwächen gehört. Sportlich betätigt habe ich mich in den letzten 6 Monaten auf meiner Reise wenig. Ich gehe möglichst viel zu Fuß, aber habe sonst nur einzelne Stunden – die Woche Yoga Ashram nicht einberechnet –  insgesamt gerade mal 6 Stunden im Fitnessstudio/-kursen verbracht. Vorab in Deutschland habe ich regelmäßig mindestens 1-4 mal die Woche Kurse im Fitnessstudio besucht und bin daher grundsätzlich schon sportlich und hoffe das das für diese Strecke ausreicht.

Porter und Guide?

Für europäische Verhältnisse kleines Geld kann man sich Porter (Träger) und Führer oder eine Mischung aus beidem „mieten“. Wir haben uns bisher allerdings dagegen entschieden, da die Strecke scheinbar auch so machbar ist. Alleine mit einer Karte ausgestattet, unser auf ein Minimum reduziertes Gepäck tragend werden wir versuchen die gesamte Strecke zu meistern!

Heute geht es Richtung Berge! 

Ich freue mich auf die Wanderung und bin aber gleichzeitig auch nervös, weil man vorab ja nie 100% weiß, was einen so erwartet! Es wird super spannend, da Berge Neuland für mich sind und meine längste Wanderung bisher gerade mal 2 Tage ging. Ich habe keine Ahnung, ob es mir gefallen wird, ob ich die Höhe ertragen kann, ob wir das zu zweit, ohne Träger und Guide gemeistert bekommen… Es werden anstrengende 2 Wochen. Das steht fest!

2 Gedanken zu “Vorbereitungen für den Annapurna Circuit

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