Annapurna Circuit Tag 5: Lower Pisang bis Manang 

Das erste, was ich an diesem Morgen sah als ich aufwachte, war mein eigener Atem. So kalt war es nachts geworden. 

Um halb 7 stand ich auf bestellte mein Frühstück und wartete draußen in der Sonne. Die schien zum Glück und heizte die Luft schnell auf, sodass ich nicht mehr fror.

Gegen 8 Uhr wollten wir eigentlich loslaufen, waren aber in ein Gespräch mit dem Gasthausbesitzer verwickelt. Wir erkundigten uns nach dem Weg, der Höhenkrankheit und kamen auch auf Porter zu sprechen. Wir entschieden, hier einen zu buchen, da es ab Manang wohl 3.000 Rupien (= knapp 25€) pro Tag kosten sollte.

Unser Porter

Weil aber die Telefonverbindung nicht funktionierte (das passiert hier häufig mit Strom und Telefon), musste der Gasthausbesitzer zum Porter hinfahren. Da dieser aber noch frühstücken musste, dauerte es nochmal mindestens eine halbe Stunde, bis er bei uns erschien.

Unser Porter ist der Vater der Frau des Gasthausbesitzers und ich schätze ihn auf Ende 40 Anfang 50, nachdem die Tochter uns verraten hatte, dass sie 31 Jahre alt ist. Vorher hatte ich beide älter eingeschätzt.

Wir teilen uns also die Kosten für den Porter, weil er problemlos beide Rucksäcke tragen kann. Gebucht haben wir ihn für 5 Tage, also bis der Thorong La Pass mit den 5.416 Metern passiert ist. Kosten wird uns das gerade mal 31€ pro Person für die 5 Tage.

Die Wanderung

Bis wir dann alle fertig waren, war es halb 11 Uhr. Daher entschieden wir uns für den leichteren Weg, die Straße nach Manang. Der Pfad wäre vielleicht noch beeindruckender geworden, führt dafür aber mehr bergauf und bergab und hätte 7 Stunden gedauert.

Aber die Straße zu laufen war ebenfalls fantastisch! Es ist unvorstellbar, dass wir uns mittlerweile auf 3.000 Metern befinden und so dicht an den umliegenden, schneebedeckten Bergen sind! Wenn man sich umdreht, sieht man sie in allen Richtungen!

Mittlerweile ist es tagsüber auch deutlich kälter und windiger und das Wetter verändert sich schneller. An einer Stelle herrscht noch unglaublicher Wind und 3 Minuten weiter ist es windstill. Die Landschaft wird rauer, grauer, weniger Nadelbäume. Die Gletscher scheinen wirklich nah.

Mittagspause in Humde

Wir legten eine Mittagspause in Humde ein, wo ich zum unendlichsten Mal Bratkartoffeln mit Gemüse, Ei und Käse bestellte. Das ist momentan mein Lieblingsessen :) Käse ist hier übrigens vom Yak, die hier gehalten werden. Teilweise kann man Yak Steak bestellen, aber das habe ich noch nicht probiert.

Als wir fertig gegessen hatten, war die Sonne leider hinter Wolken verschwunden, der Wind war stark und es schlagartig kälter, sodass ich den Rest der Strecke zusätzlich zum Windstopper in Fleecejacke zurücklegte. Als wir dann das Dorf Munji erreichten, fielen einzelne Schneeflocken, die kurz drauf zu Regentropfen wechselten. Es war super kalt, windig und wir hatten noch eine Stunde bis Manang zu laufen! Kurz überlegten wir, ob wir hier übernachten sollten. Entschieden aber zumindest bis Bragha zu laufen. Als wir Bragha erreichten, besserte sich das Wetter und wir liefen wie morgens geplant bis Manang, das wir gegen 16.30 Uhr erreichten.

Wir schauten uns verschiedene Gasthäuser an, waren aber unschlüssig und folgten am Ende der Empfehlung unseres Porters, der übrigens kein Englisch spricht. So ziehen wir häufig andere Nepalis, die Englisch sprechen als Übersetzer hinzu. Verständigung ist hier seltenst ein großes Problem. Viele Nepalis sprechen gut Englisch.

Keine Heizung, kein Internet

Geheizt wird hier in unserem Gasthaus in Manang nur das Restaurant und auch nur zwischen 18 und 21 Uhr. Draußen ist irgendetwas zwischen 5 und 12 Grad, nachts wahrscheinlich noch kälter, schätze ich. Ein Wunder, dass ich noch nicht erfroren bin! Aber bisher geht’s mir doch noch relativ gut mit der Kälte (obwohl ich die 30 bis 40 Grad der letzten Monate stark vermisse!). Internet habe ich in Manang nicht finden können. Ein Gasthaus wirbt zwar mit Internet, aber auf meine Nachfrage hieß es, es funktioniert nicht.

Vorfreude auf unseren Ruhetag

Der morgige Tag wird unser Ruhetag. Der einzige wahrscheinlich und das hauptsächlich nur wegen der Aklimatisierung an die Höhe. Bisher geht es mir super. Ich merke zwar die Höhe, wann immer ich zu schnell gehe und dadurch früher außer Atem bin als normalerweise, aber sonst habe ich bisher zum Glück keinerlei Erscheinungen der Höhenkrankheit. Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitverlust, Müdigkeit sind Anzeichen. Aber viel Trinken (und angeblich auch Knoblauchsuppe) soll helfen und diesen Rat haben wir beide gut befolgt.

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