Nepal

Vier Wochen Nepal sind vorüber. Dass ich überhaupt nach Nepal gereist bin, kam eher zufällig zustande. Eine Reisebekanntschaft hat es hierher verschlagen und kurzer Hand bin ich mitgeflogen, wohlwissend, dass ich es nicht lange mit der Person aushalten würde. Aber hey, für den Einstieg war es gut und jetzt tue ich, was ich am besten kann: alleine Reisen! 

Nepal ist extrem. Extremer als ich erwartet hatte. Andererseits ist es sprachlich gesehen sehr einfach. Das Englisch der Nepalis ist wirklich sehr gut und man findet immer jemanden, der einem weiterhelfen kann. Das war in anderen Ländern, selbst in Thailand manchmal schwierig, wenn man Nachfragen z.B. zum Menü hatte.

Busreisen

Was wesentlich unbequemer ist, als in meinen bisher bereisten Länder ist das Reisen im Bus. Sogar Myanmar war fast Luxus dagegen. Das liegt in erster Linie an den entweder nur teilweise oder garnicht geteerten Straßen. Meistens findet man alles.. Geteert, dann meterweise nicht geteert, dann geteert aber so alt, dass Löcher entstanden sind oder die Ränder der Straße so ausgefranst sind, dass eigentlich nur eine Spur vorhanden ist, was bei zweispurigem Verkehr zu einer halb geteerten, halb Gelände Straße führt… Ok, bei den hiesigen Bergen mag das Teeren und Instandhalten der Straßen wesentlich schwieriger und teuerer sein, aber Reisen macht es trotzdem unbequemer.

Die Busse werden überladen, sind alt und die Sitzplätze eng, sodass ich schmaler Mensch genau den Sitz ausfülle. Teilweise sind die Sitze so eng an den vorderen, dass unsere europäischen Knie zu lang sind und nicht hineinpassen. Bleibt nur schräg sitzen und Beine auf den schmalen Mittelgang strecken oder Füße vom Boden heben und mit angewinkelten Beinen sitzen.

Eine Ausnahme besteht bei touristischen Strecken wie Pokhara – Kathmandu. Die Busse sind die bequemsten, die ich bisher gesehen habe. Sie sind absoluter Standard, garnichts besonderes, aber die Sitzabstände sind normal und sie werden nicht überladen. Und wir bekamen jeder sogar noch einen Liter Wasser :D

Verkehrssicherungsplicht? Ein Fremdwort in Asien 

Ich habe in Deutschland im Immobilienbereich gearbeitet und dort war im öffentlichen Dienst die Verkehrssicherungspflicht immer ein wichtiges Thema. In Asien kann davon überhaupt keine Rede sein. Gehwege (wenn überhaupt vorhanden) haben Löcher, sind uneben, zugeparkt. Straßen genauso. Wenn man nicht aufpasst kann man schnell im Graben landen oder in der „Kanalisation“, weil ein Teil der Abdeckung gebrochen ist oder aus sonst welchen Gründen einfach fehlt.

Tiere

Alles läuft hier frei herum. Hunde, Katzen, Hühner, Ochsen, Kühe, Pferde, Ziegen.. Egal ob Stadt oder Land! Tiere auf der Straße ist nichts besonderes und kein Problem. Sie werden umfahren oder „weggehupt“.

Ebenso problemlos fährt und geht auch alles auf den Straßen. Es gibt wirklich die überladensten Transportmittel, das man meint, das kann nicht heile ankommen, aber meistens scheint es doch zu klappen. Allerdings habe ich hier in Nepal auch einige Fahrzeuge im Straßengraben und zur Seite gekippt gesehen.

Umwelt

Egal in welchem Land Asiens, Plastik ist scheinbar überall ein Problem. Seinen Müll in der Landschaft zu entsorgen ist normal und man sieht Plastik wirklich überall (wo Menschen leben). Was wirklich traurig ist! Aber andererseits verständlich. Die Menschen hier haben ein sehr viel härteres Leben, müssen meist körperlich hart arbeiten und verdienen trotzdem wenig Geld. Größte Sorge ist natürlich sich selbst und die Familie zu ernähren, zu überleben. Wen kümmert da der Müll?! Umweltschutz und Tierschutz z.B. sind Dinge mit denen man sich beschäftigen kann, wenn es einem selbst bestens geht und man keine anderen Sorgen hat. Wahrscheinlich fehlt aber auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für eben diese Themen und ein funktionierendes System zur Abfallentsorgung.

Staub

Kathmandu soll übrigens auf Platz 3 der dreckigstes Städte sein. Die Luft ist wirklich furchtbar schmutzig durch Staub und Autoabgase. Es ist momentan heiß und trocken und mit jeder Bewegung wird Staub aufgewirbelt. Mundschutz wird daher von vielen getragen und auch ich bekam einen geschenkt, den ich häufig getragen habe.

Waschen am Straßenrand 

Waschen am Straßenrand ist übrigens total normal. Nicht nur Waschen von Kleidung, auch Gemüse, Geschirr, sich selbst :D Kein Witz! Hier in Nepals Bergen gibt es quasi so „Brunnen“, wo einfach frisches Wasser aus dem Berg kommt und Leute hinfahren oder auf dem Weg dort halten und „duschen“. Sich mit Shampoo einschäumen und waschen (halb bekleidet). Auch das Trocknen von Kleidung erfolgt überall. Klamotten werden in die Büsche und Bäume gehängt oder auf den Rasen gelegt.

Elektrizität und Internet

Hier schneidet Nepal im Vergleich zu allen bisherigen Ländern am schlechtesten ab. Egal wo ich war – Kathmandu, Pokhara, in der Bergen – die Energieversorgung ist komplett unzuverlässig. Der Strom fällt jeden Tag für mehrere Stunden aus – rund um die Uhr mehrfach – und viele haben kleine Generatoren, um das nötigste mit Strom zu versorgen. Bedeutet, man hatte wenigstens eine funktionierende Lampe im Zimmer. Laden von Akkus hat ewig gedauert bis sie wirklich voll waren.

Internet war in Nepal überall eine mittlere Katastrophe. Es reicht für kurze Nachrichten meist relativ problemlos aus, aber ein Foto hochzuladen dauert mehrere Minuten und ist nicht immer gleich beim ersten Versuch erfolgreich. Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Stromausfall. Wenn es nicht am Stromgenerator hängt, ist es häufiger am Tag nicht verfügbar.

Übernachtungskosten

Nepal gewinnt diesen Punkt definitiv. Nirgends habe ich so günstig übernachtet wie hier. Meine teuersten Übernachtungen hatte ich mit 500 Rupien (= ca. 4€) für ein Zweibettzimmer mit Bad in Pokhara, das ich aber alleine genutzt habe. Es war wirklich ein ordentliches Zimmer mit ordentlichem Bad und Warmwasser. Und in guter Lage am Nordende von Lakeside.

Tipp: nicht online buchen, sondern vor Ort suchen und versuchen zu handeln.

Mahlzeiten und Kosten 

Auch hier schneidet Nepal sehr günstig ab. Trotz europäischer Speisen, wie Nudeln, Pizza, u.ä. kann man problemlos für 10-15€ am Tag viel bzw. sehr gut essen und lebt damit wirklich sehr großzügig würde ich behaupten. Je mehr asiatisch man ist, desto günstiger und wahrscheinlich kann man auch mit Ausgaben von 5€ am Tag gut leben.

Meine Liebelingsspeise hier sind übrigens Momos (Dumplings). Die gibt es entweder „steamed“ oder „fried“ und in verschiedenen Varianten – mit Fleisch, ohne Fleisch, Gemüse, Käse..

Tatsächlich wäre ich gerne auch noch länger geblieben, aber China ist ja geplant und mein Visum war auch fast abgelaufen. Aber ich hoffe, ich komme eines Tages zurück und kann noch einmal mehr sehen von diesem wunderschönen Land!

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