Couchsurfing in Phnom Penh 

Das ist jetzt zwar schon eine Weile her, aber damals (im Februar 2016) geschrieben und bisher nicht veröffentlicht:

Von Koh Rong aus ging es für mich nach Phnom Penh, für die anderen nach Siem Reap. Auf Empfehlung eines Deutschen, den ich unterwegs im Vietnam getroffen hatte, konnte ich in der Hauptstadt bei einem dort lebenden Philipino unterkommen. 

Nach einer Nacht im Hostel, weil ich um 1 Uhr nachts mit dem Nachtbus ankam, zog ich am nächsten Abend also zu meinem Gastgeber um.

Den Abend war er mit einer Deutschen zum Abendessen verabredet und nahm mich mit. Sie war bereits in den 50ern, arbeitet in der Entwicklungszusammenarbeit und lebt seit mehreren Jahren in Kambodscha. Es gab vietnamesische Pancakes, gefüllt mit Fleisch und Shrimps, die zusammen mit Salat und verschiedenen Kräutern gegessen werden, von einem Streetfood Lokal. Es war super spannend die Geschichten aus dem Leben in Phnom Penh zu hören und der Abend ging viel zu schnell um!

Und wie der Name Couchsurfing vermuten lässt, habe ich tatsächlich auf der großen Couch im Wohnzimmer der 2er-WG geschlafen.

Geburtstag

Am nächsten Morgen standen wir um 6 Uhr früh auf, um ein philippinisches Frühstück vorzubereiten und die philippinische Nachbarin, die an dem Tag Geburtstag hatte, damit zu überraschen. Zu Fünft (alle Philipinos außer mir) aßen wir gemeinsam Reis, Fisch, Rührei und Wurst – alles frisch mitgebracht von den Philippinen. Als Überraschung gab es auch noch eine ordentliche Geburtstagstorte, die wir am Vorabend eingekauft hatten.

S-21 Museum

Zusammen mit allen anderen verließ ich morgens das Haus und besuchte das Tuol-Sleng-Genozid- Museum, auch S-21 genannt. Ich gebe zu, ich hatte keinerlei Ahnung von der Geschichte Kambodschas bevor ich hierher kam. Klar hatte man mal was von den roten Khmer gehört, aber das war’s auch schon so ungefähr.

In zweieinhalb Stunden hörte ich mir also den Audio-Guide zum Museum an. Das ganze kann man auch schneller durchhören, aber ich bin durch alle Gebäude gelaufen und habe mir Zeit gelassen.

Man bekommt die Geschichte des Ortes, der als Schule errichtet wurde und später in ein Gefägnis, eine Folteranstalt umfunktioniert wurde. Man sieht die Zellen, die „Betten“ der Gefangenen, die Werkzeuge, die benutzt wurden, jede Menge Fotos der unschuldigen Opfer und bekommt Schritt für Schritt die Geschichte erzählt.

Eine wirklich grausame Geschichte! Von einstmals 8 Millionen Menschen wurden 3 Millionen ermordet. Aus nichtigen Gründen! Alle gebildeten wurden Opfer, wer lesen und schreiben konnte, wer eine Brille trug,… Alle wurden sie gefoltert bis sie Taten gestanden, die nie geschehen sind, dann wurden sie „zertrümmert“.

Wirklich schrecklich! Doch ich bin froh, es gesehen zu haben und dank Audio-Guide so viel gelernt zu haben! Es war einer der spannendsten und lehrreichsten Museumsbesuche meines Lebens.


 

Russian Market

Um das ganze erstmal zu verdauen, verbrachte ich die Stunden danach und die Mittagshitze in einem Café.

Am Nachmittag lief ich zum Russian Market. Einem typischen asiatischen Markt, wo es von Klamotten bis Essen alles zu kaufen gibt. Ich war immer noch auf der Suche nach einem Bikini, was sich bisher sehr schwierig erwies zu finden. Nach einigem Suchen in den engen Gassen, den mit Klamotten überfüllten Ständen und bei 35 Grad stickiger Hitze fand ich am Ende ein simples schwarzes Bikini und erhielt es nach Verhandeln zu einem guten Preis.

Sushi zum Abendessen

Abends war ich wieder mit meinem Gastgeber und seinen Freunden verabredet. Das Geburtstagskind lud uns zu einem super fancy Sushi-Essen ein! Es gab Austern, verschiedene Sushis und leckere Nachtische. Den Abend beendet wir mit Champagner in einer Bar. Und ja, ich konnte es kaum glauben, hier wurde Moet getrunken!

TukTuk Fahrer 

TukTuk-Fahrer sind übrigens extrem nervig in Kambodscha, besonders in Phnom Penh. Alle paar Meter wird man angesprochen: „Miss, TukTuk?!“ oder „Motorbike?!“. Wenn man nur auf die Straße geht, winken einem sämtliche TukTuk-Fahrer zu, in der Hoffnung gebraucht zu werden. Das geht mir mittlerweile echt auf den Keks und ich gehe lieber 20 Minuten zu Fuß, als Preise zu diskutieren. Denn man bekommt zu 99% einen zu hohen Preis genannt und da ich mich bei meinen Gastgebern erkundigen konnte, hatte ich den Vergleich. Von mir verlangten sie 5 $ für eine 1 $ Strecke. Teilweise muss man schon ordentlich suchen bis man jemanden findet, der einen für den gewöhnlichen Preis transportiert.

Choeung Ek – Killing Fields 

Am nächsten Morgen machte ich mich dann per Tuk Tuk (das günstigste Transportmittel) auf zu den Killing Fields, die etwas außerhalb der Stadt liegen. Für 15 USD mietete ich einen Fahrer für mehrere Stunden, der mich dorthin fuhr, auf mich wartete und anschließend in die Innenstadt brachte. Über staubige, holprige, stark befahrene Straßen erreichte ich die Killing Fields und machte abermals eine Audio-Guide Tour auf Deutsch. Genau wie am Vortag hat, war auch diese sehr gut, eindrucksvoll und beängstigend zugleich.

Bei den Killing Fields handelt es sich um den Ort, wo die Toten aus dem S-21 Gefängnis begraben wurden. Es ist ein großes Stück Land mit Massengräbern, die zum größten Teil ausgehoben worden sind, um die Knochen zu untersuchen und mehr über die Opfer zu erfahren. Dennoch kommt es in der Regenzeit immer noch häufig vor, dass Kleidungsstücke und Knochen aus dem Boden gespült werden.

In einzelnen Stationen wird einem Schritt für Schritt der Ablauf, Geschichten der Opfer und die verschiedenen beteiligten Personen erklärt.


Central Market  

Nachdem ich mir alles in Ruhe anghört hatte, fuhr mein TukTuk mich zum Central Market, den ich mir nur kurz anschaute, da asiatische Märkte am Ende doch irgendwie ähnlich und mir manchmal einfach zu stressig sind. Es ist eng, 40 Grad heiß und es liegen jede Menge Gerüche von Essen, Fisch, Fleisch, Früchten und Räucherstäbchen in der Luft.

Den Rest des Tages lief ich durch die Stadt und ruhte mich in einem hübschen Café aus.

Geburtstags-Abendessen mit Krabben 

Am Abend drauf hatte ein Freund meines Gastgebers Geburtstag und es wurde eine Gruppe Freunde zum Abendessen in die Wohnung meines Gastgebers eingeladen. Es gab endlos viele Krabben, Shrimps, Tintenfische und etwas Gemüse dazu. Für mich war es das erste Mal, dass ich Krabben gegessen habe und sie selbst aufbrechen musste. Dementsprechend langsam und schwerfällig war das ganze. Aber geschmeckt hat es gut! Wobei ich am Ende mehr Gemüse aß als Krabben, weil es einfach so mühsam war.

Ich hatte ein paar super Tage – schon knapp eine Woche – in Phnom Penh trotz dass ich eigentlich nur 2-3 Tage angedacht hatte. Aber die Couchsurfing-Erfahrung war super und so blieb ich am Ende doch länger.

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