4 Tage Road Trip – Teil 1: The Grampians

Mein kleiner Road Trip ging leider viel zu schnell vorbei und es war unglaublich schön! Wenn ihr also irgendwann einmal nach Melbourne kommen solltet, dann verlasst definitiv die Stadt und guckt euch die Landschaft an! 

Meine Begleiter

Wie in meinem letzten Post bereits erwähnt, habe ich meine Begleiter über Facebook gefunden. Einen 19-jährigen Deutschen und einen 27-jährigen Indonesier, der aber die letzten Jahre in Südkorea gelebt hat. Beide waren super liebe Jungs und wir haben uns bestens verstanden.

Der Franzose war übrigens nicht erschienen und hatte auch nicht abgesagt.

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Von Melbourne zu den Grampians 

Sobald man die grosse Stadt verlässt, säumen Felder und Bäume die Strassen. Alles ist relativ trocken Ende Januar, da Hochsommer ist und es selten geregnet hat. Das Gelb der Felder wird nur von den grünen Bäumen durchbrochen, die die Felder teilweise säumen, teilweise Wälder bilden. Es ist relativ flach und man fährt eigentlich Ewigkeiten nur geradeaus auf einer gut erhaltenen Strasse, die eigentlich nur so dazu einlädt mit hoher Geschwindigkeit entlang zu sausen. Aber das hier ist nicht Deutschland, sondern Australien und man kann froh sein, wenn man 110 km/h pro Stunde fahren darf! Das ist scheinbar das Maximum was in Australien so geht, auf jeden Fall auf dieser Strecke. Und erstaunlicher Weise halten sich die Leute auch sehr stark daran, denn wer erwischt wird, der darf teuer bezahlen, bekommt Punkte und verliert sogar schon bei 25km/h über dem Speed Limit den Führerschein für einen Monat! Bei 35 km/h zu schnell ist der Fuehrerschein sogar 6 Monate weg. Der Staat Victoria hat hier scheinbar die strengsten Regeln diesbezüglich.

Schon nach nur knapp 2 Stunden aus Melbourne raus erheben sich die ersten Bergketten aus der Erde. Die Grampians sind nämlich schon relativ gross, aber erreichen nicht mehr als 1.167 Meter über dem Meeresspiegel. Nach 3 Stunden Fahrt errichten wird Halls Gap, den kleinen Hauptort des Gebirges, das gleichzeitig Nationalpark ist. Nach einem kurzen Stopp und einem Gespräch mit der Touristeninformation, entschieden wir uns „Pinnacle Lookout“ anzusehen.

Pinnacle Lookout 

Es gibt drei verschiedene Routen:

  • einen 4-stündigen Loop Walk (Kreiswanderung) von Halls Gap zum Pinnacle Lookout und auf anderer Strecke wieder zurück nach Halls Gap
  • von Wonderland Car Park über den Grand Canyon zum Pinnacle Lookout und auf gleicher Strecke wieder zurück (2 Stunden)
  • von Sundial Carpark zum Pinnacle Lookout und wieder zurück (2 Stunden)

Der Herr von der Information empfahl uns den 2-stündigen Weg vom Wonderland Car Park, weil es wohl der herausforderndste, härteste und schönste sein sollte, weil man den Grand Canyon passiert. Wenn mich nicht alles täuscht, ist diese Strecke aber auch teil des ersten, langen Walks.

Wir hatten aber sowieso schon fast 15 Uhr, parkten im Wonderland Car Park und liefen los. Die Sonne brannte nur so, es waren zwar nur 24 Grad, aber super warm und kaum Wolken am Himmel. Der Weg führte uns direkt in den Grand Canyon, entlang der wettergeprägten Felswände, vorbei an der „Cool Chamber“, ein Felsvorsprung unter dem sich tatsächlich der einzige kühle Spot auf der Strecke befindet. Durch die „Silent Street“, eine enge Felsschlucht und über Stock und Stein liefen wir stetig bergauf. Je höher wir kamen, desto schöner wurde die Sicht! Und dann endlich – nach gefühlter Ewigkeit, weil wir andauernd für Fotos stehen blieben – erreichten wir Pinnacle Lookout.

Pinnacle Lookout ist ein Felsvorsprung, der mit einem Geländer rundherum abgesichert wurde. Man geniesst den Ausblick auf Halls Gap, Lake Bellfield, einen Teil der Grampians und die umliegende, flache Felderlandschaft.

Nach noch mehr Fotos und Videos drehten wir um und liefen zurück zum Auto. Zurück in Halls Gap assen wir unsere mitgebrachten Snacks, Dosenthunfisch, Brot, Obst und Gemüse. So langsam ging die Sonne unter und es wurde schlagartig kälter. Nachts kühlt es normalerweise auf um die 15 Grad ab, in den Grampians auch schon bis auf 9 Grad. In der App WikiCamps fanden wir einen kostenlosen Campingplatz und machten uns auf den Weg. Beim Verlassen von Halls Gap mussten wir dann aber doch nochmal einen Stopp einlegen, weil bei Abenddämmerung die Kängurus munter werden und sich auf den Wiesen zum Fressen sammeln. Mit unseren Kameras gerüstet, beobachteten wir sie eine Weile. Bis zu 2 oder 3 Meter kann man ihnen nahe kommen, doch dann gucken sie einen misstrauisch an und hüpfen in ihren gemächlichen Hüpfern ein paar Meter weiter, um dort weiter zu grasen.

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Camping mitten Wald im Nationalpark

Bis wir unseren Campingspot erreichten war es schon kurz vor Dunkelheit. es waren zwar nur etwa 15 Minuten Fahrtzeit von Halls Gap, aber mit dem Känguru-Stopp wurde dann doch alles nochmal später. Aber halb so wild.

Wir fuhren also auf diesem einsamen Waldweg mitten in den Nationalpark und erreichten einen kleinen Campingplatz. Campingplatz ist relativ. In diesem Fall war es quasi eine teilweise mit Holzzäunen umgebene, halbwegs ebene Fläche und einer grossen Feuerstelle in der Mitte. Das wars. Keine Toiletten, keine Rezeption oder sowas. Also wirklich mitten im Wald. Ein weiteres Auto parkte dort und ein junger Mann sass am Lagerfeuer. Er war Kanadier, aus Calgary, irgendetwas Ende 20 würde ich vermuten und alleine unterwegs die Grampians erkunden. Wir errichteten unser Zelt und leisteten dem Kanadier anschliessend am Feuer Gesellschaft. Wir unterhielten uns und tauschten Reiseerfahrungen aus. Ein Kookaburra (Vogel) beäugelte uns und hätte am liebsten etwas Essen abbekommen.


Am nächsten Morgen wollten wir früh aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen und legten uns daher schnell schlafen.

Sonnenaufgang am Boroka Lookout 

Um 5 Uhr morgens klingelte der Wecker. Es war super kalt geworden nachts und ich hatte beschlossen im Auto statt im Zelt zu schlafen, was nicht wirklich bequem war, da ich mich langer Mensch nicht ausstrecken konnte. War leider kein Kombi was wir gemietet hatten. Aber egal. Das sind die harten Seiten des Reiselebens. Um 5.30 Uhr, es war noch schwarz wie die Nacht, war alles eingepackt und wir machten uns auf den Weg. Ein Känguru hockte auf der Strasse und sprang so vor uns her als es uns bemerkte, bevor es dann nach links im Gebüsch verschwand.

Nach nur 25 Minuten Fahrt erreichten wir den Lookout und waren ausser einem dort bereits parkendem Auto die einzigen. Kurz darauf kam ein zweites Auto mit einem Pärchen. Es gibt zwei verschiedene eingezäunte Lookouts, sodass wieder quasi unseren eigenen hatten. Es war gerade mal 6 Uhr morgens und die ersten Strahlen krochen langsam über den Horizont und bildeten ein gelb-orangenes Band. Wir froren. Und der eigentliche Sonnenaufgang war erst um 6.38 Uhr. Wir waren erstaunlich früh und pünktlich dran. Warteten, machten Fotos, warteten. Das Pärchen hatte schon genug und fuhr wieder nach Hause. Dann endlich tauchte die Sonne am Horizont und kam erstaunlich schnell hervor. Ihre Strahlen über das Land werfend und die Umgebung in goldenes Licht tauchend. Das war unser Start in den wichtigsten australischen Feiertag, den Australia Day.

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McKenzie Falls

Anschliessend ging es zu den McKenzie Falls. Wir waren auch hier die einzigen auf dem Parkplatz. Es war wolkig geworden, etwas windig und immer noch recht kalt. Wir beschlossen uns nochmal eine Stunde im Auto hinzulegen, bevor wir uns den Wasserfall ansehen wollten. Eine Stunde später war der Parkplatz gut gefüllt. Wir liefen zuerst zum McKenzie Lookout (ca. 900 Meter Weg), einem Aussichtspunkt von dem man einen guten Blick auf den Wasserfall bekommt.

Über Treppen gelangt man hinunter zu den McKenzie Falls. Einem hübschen, grossen Wasserfall. Baden war hier laut Beschilderung nicht erlaubt, aber ich glaube Leute sind im Fluss an anderer Stelle baden gegangen. Da es aber eh noch nicht warm genug war, kam es für mich nicht in Frage.

The Balconies

Ein weiterer Aussichtspunkt nannte sich „The Balconies“. Mittlerweile war wenigstens die Sonne rausgekommen, der Himmel klärte sich und es wurde warm. Am Rande der Felsen mit Blick auf die Umgebung pfiff der Wind aber erstaunlich dolle und es war kalt! Der Pfad zu den eigentlichen Balconies war einen Kilometer lang und führte uns zu zwei eingezäunten Felsvorsprüngen. Die Sicht war atemberaubend auf die umliegenden Grampians und Wälder. Ein dritter und viel spannenderer Felsvorsprung war nicht eingezäunt und eher nichts für schwache Nerven. Trotzdem machten wir und auch jede Menge andere dort Fotos.

Mittlerweile war früher Nachmittag geworden und wir beschlossen unsere Fahrt Richtung Küste, Richtung Great Ocean Road fortzusetzen. Aber mehr dazu in einem 2. Teil.

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