Zurück in Deutschland

Laaaange, lange ist es her – zumindest gefühlt – dass ich Sydney verlassen habe und nach 3 luxuriösen Nächten nun zurück in Deutschland bin.

Am Abend des 10. Mai 2018 bin ich in Frankfurt gelandet und dann mit dem Zug zu meinen Eltern gefahren. Eine knappe Woche verbrachte ich dort in der Kleinstadt. Musste meinen Wohnsitz anmelden und stand direkt wieder auf Kriegsfuß mit der deutschen Bürokratie =D (aber diese Sinnlosigkeiten will ich euch ersparen).

Berlin

Von vornherein stand fest, dass ich, wenn ich nach Deutschland komme, nach Berlin gehe. Da wohnen meine Schwester und auch meine beste australische Freundin, sowie andere gute Freundinnen. Ich nahm also nen Zug nach Berlin und wohnte 2 Wochen bei meiner Schwester. Im Juni zog ich dann für einen Monat in das WG Zimmer einer Freundin im gleichen Haus. Mit Ankunft in Berlin fing ich dann auch an nach Jobs zu suchen. Ich hatte keine Ahnung was ich machen will, nur keinen Bürojob! Haha ich bewarb mich querbeet im Einzelhandel, Callcenter, als Flugbegleiterin und auch auf Bürojobs, da ich ja eigentlich Immobilienkauffrau bin. Ich machte verschiedene Telefoninterviews, persönliche Interviews und entschied mich dann für H&M! Weil ich Anfang Juni noch 5 Tage in Barcelona mit den Australiern war, wollte man mich erst zum 15.6. einstellen statt 1.6. aber naja das musste ich dann hinnehmen. So hatte ich also 5 Wochen frei in Deutschland. Die verbrachte ich mit viel Sport, vielen Kochabenden mit meiner Schwester und Freundinnen und draußen sein, denn das Wetter war durchweg gut seit Ankunft.

Sales Advisor bei H&M

Ich fing also bei H&M an. Einzelhandel hatte mir während ich Abi gemacht habe schon Spaß gemacht und ich dachte, dass sei die beste Alternative zum Büro. Ich kann mich kleiden wie ich will und man ist den ganzen Tag aktiv, läuft rum, hat mit Mode zu tun, mit Leuten und immer ist was los. Und zu meiner eigenen Überraschung ist es sogar noch besser als erwartet! Ich liebe mein Team, jeder ist so einzigartig und hilfsbereit, der Store ist super. Nicht zu groß, nicht zu klein. Die Lage aufm Ku’damm ist auch mega. Kunden sind nett, viele Touristen jetzt im Sommer, aber im Grossen und Ganzen haben wir super Kunden.

Es gab ja viele negativ Nachrichten über die Verträge von H&M, und auch ich habe einen sogenannten Flexi-Vertrag. D.h. ich habe keine feste Arbeitszeit, keine feste Stundenzahl. 10 Stunden die Woche sind mir vertraglich zugesichert, aber das reicht wohl kaum zum Leben. Trotzdem entschied ich mich, dass zu probieren und bin super happy. Ich arbeite meistens zwischen 30-35 Stunden die Woche und das 5 Tage die Woche mal 4, mal 6, mal 7, mal 8 Stunden Tage. Meistens fange ich erst um 12 oder 14 Uhr an und habe den Morgen für mich, was ich liebe. Ich kann machen, was für mich wichtig ist, bevor ich den „Pflichtteil“, die Arbeit mache. Ich gehe morgens zum Yoga, mache Einkäufe, genieße meine Zeit. Ok, inzwischen habe ich auch manchmal Frühschichten, d.h. um 7 Uhr anfangen. Gegen 6 Uhr morgens raus. Nicht meine Lieblingszeit, aber heutzutage bin ich wesentlich motivierter als damals zu Bürojob-Zeiten. Und der Tag geht bei H&M auch immer schnell um.

Der Sommer war toll! Nicht zu viel gearbeitet, trotzdem gut bezahlt worden, genügend Freizeit und das wahrscheinlich beste Wetter überhaupt. Ich glaube ich habe in Deutschland niemals so einen durchgehend guten Sommer erlebt über Monate hinweg! Und selbst heute, am 20. September 2018 sind es nochmal 28 Grad und Sonnenschein in Berlin.

WG Leben

4 volle Monate wohne ich hier bereits und seit 3 Monaten in Friedrichshain in einer WG. Eine Kanadierin und ich. Mein Zimmer ist riesig, größer (und teurer) als ich eigentlich gesucht hatte, aber man hat eben nicht immer die Wahl. Immerhin ist es möbliert (und zum glücklich nicht grausam möbliert). Im grossen und ganzen ist die Wohnung super. Nur eben zu lange WG gewesen, ohne jemanden der sich mal richtig kümmert und durch putzt. Der eigentliche Mieter wohnt mit Frau und Kind am Rande Berlins. Und so hat glaub ich seit Jahrzehnten keiner mal die Küchenschränke ausgeräumt. So einiges wie Backpulver, Kakao und ähnliches war 2001 abgelaufen. Die Motten fanden’s gut. Ich nicht.

Mangelnde Sauberkeit ist und bleibt einfach immer ein schwieriger Punkt, vor allem wenn man nirgends einen festen Wohnort hat und sich das 5 Sterne Hotel nicht täglich leisten kann 😬 Keine Ahnung, wie manche in ner Wohnung leben können und jedes halbe Jahr mal putzen. Trotz dass man vielleicht nicht dauerhaft in einer Wohnung wohnt, kann man sich doch trotzdem um seine Umgebung kümmern?! Aber genug zu dem Thema. Das verfolgt mich jetzt schon seit 3 Jahren.

Meine Mitbewohnerin ist nett, allerdings sehen wir uns selten, da sie von 9 bis 17 Uhr arbeitet und ich eher von 12 bis 20.30 Uhr. Dementsprechend habe ich die Wohnung meistens für mich alleine wenn ich zu Hause bin.

Die Lage meiner WG ist super, obwohl ich manchmal nur den Kopf schütteln kann, wenn ich das Haus verlasse. Nebenan ist diese Bar oder Club und nicht zu selten komme ich morgens ausm Haus und 1 bis 3 Leute schlafen auf dem Gehweg. Oder an Wochenende steht eine immer noch feiernde Gesellschaft um 8 Uhr morgens mit Bier in den Händen vor dem Club und quatschen. Dementsprechend waren Sommernächte auch häufiger mal laut, mit Lachen oder Geschrei rund um die Uhr. Das Volk das dort nebenan ein und ausgeht sind Punks wie aus nem Bilderbuch, einfach echte Punks (ein Großteil mit mangelnder Körperhygiene) =D und sowas sieht man in Berlin andauernd, sowas aber auch Elend an jeder Ecke.

Ob ich ewig hier wohnen bleibe, weiß ich noch nicht. Kann ich mir nicht vorstellen, aber man weiß ja nie. Momentan vermisse ich den Strand, das Meer und Englisch zu sprechen. Mal sehen, ob ich demnächst nochmal alles aufgebe und wieder losziehe. Aber das ist eben auch mit viel Arbeit und Ungewissheit verbunden. Und je älter ich werde, desto bequemer werde ich und lege wert auf gewisse Sachen. Zum Beispiel mehr Klamotten auf Reisen zur Auswahl zu haben wäre toll, als immer nur die 2 Jeans, 2 Shorts und einen Jeansrock.

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