Bed bugs in Mawlamyine, Myanmar

Was wäre auch eine lange Backpacker-Reise ohne bed bug- Erfahrung?! :D Ich bin jetzt einen Monat von zu Hause weg und hier ist sie: meine bed bug Story! 

Zusammen mit einem Kanadier und einem Belgier, die ich in meinem Hostel in Yangon kennengelernt hatte, habe ich mich gestern Mittag, am 13. November 2015, auf den Weg nach Mawlamyine gemacht (auch unter Moulmein bekannt). Wir haben ein Taxi (10.000 kyat = ca. 7,30€) zur großen Bushaltestelle außerhalb der Stadt Yangon genommen und sind von dort um 12 Uhr mittags im Bus nach Mawlamyine gestartet. Die Fahrt war super günstig (5.500 kyat = ca. 4€), aber immerhin war der Zustand des Busses gut und er hatte sogar Klimaanlage. Wir waren die einzigen Touristen, abgesehen von einem Burmesen, der aber in den US-Staaten lebt und seinen Urlaub hier verbringt.

Nach 3 Stunden Fahrt gab es eine halbstündige Pause an einer Raststätte mit Restaurant. Der Belgier bestellte ein Chicken Curry, ich einen Tomatensalat und eine Sprite. Keine 5 Minuten später hatten wir den Tisch voll mit verschiedenen Schüsseln – einen großen Pott Reis, Suppe für jeden, mehrere Gemüse, dem Chicken Curry und meinem wirklich sehr leckeren Tomatensalat :) Es war so viel Essen, dass der Kanadier direkt mit versorgt war, ohne bestellt zu haben. Und das ganze hat am Ende nichts gekostet: 2.000 Kyat = 1,45€ für das Curry, 1.000 Kyat = ca. 73 Cent für den Tomatensalat und die Sprite 700 Kyat = ca. 50 Cent. Die Fahrt wurde dann unter burmesischen Pop-Songs und einer burmesischen Comedy-Serie fortgesetzt. Dazu gab es andauernd lautes Hupen des Busfahrers, damit alle kleineren Fahrzeuge uns den Weg frei machten.

Nach insgesamt etwas mehr als 7 Stunden erreichten wir Mawlamyine bei Dunkelheit. Eine Reihe TukTuk-Fahrer umlagerte uns sofort und am Ende zahlten wir 4.000 Kyat = 2,90€ für die Fahrt zu unserer Unterkunft, die der Belgier zuvor online gebucht hatte. Ein Zimmer mit 3 Einzelbetten für insgesamt 30 USD eine Nacht im Breeze Guest House. Keine gute Wahl, wie wir bei Ankunft feststellten. Allerdings gab es online auch nur 5 Unterkünfte zur Auswahl in diesem Ort.

Wir stellten unser Gepäck ab und entschieden, doch nicht zu duschen (war grausam ungemütlich, oll und dreckig das ganze Haus!) und sind direkt raus, was essen.

Wir entschieden uns für Street Food und suchten uns verschiedene Fleisch- und Seafood-Spieße aus, die frisch gegrillt wurden. Es gab eine riesen Auswahl an Hähnchen – Herz, Innereien, Flügel, Hähnchenbrust, Füße (mir fällt das richtige Wort gerade nicht ein..) – Leber, Lamm, Tofu, verschiedenste Fischsorten und Fischbällchen, Krabben, Prawns, etc. Ich probierte Tofu-, Krabben- und einen Kartoffelspieß. Es war super lecker und wieder super günstig. Für 6 Stück zahlte ich 1.200 Kyat = knapp 90 Cent. Soweit so gut..

Zurück in der furchtbaren Unterkunft machten wir Pläne für den kommenden Tag und waren uns einig, dass wir hier nicht länger als eine Nacht bleiben. Gegen Mitternacht machten wir Licht aus und versuchten zu schlafen, was kaum möglich war. Das Bett war Katastrophe. Schon beim draufsetzen musste man Sorge haben, dass die Beine wegbrechen und die Matratze war so hart und durchgelegen, dass man das Gefühl hatte auf den darunter liegenden Holzbettern zu liegen. Es war so eklig, dass ich mein Gepäck garnicht erst aufmachte und nur meine Zahnbürste herausangelte. Ich legte mich in Klamotten schlafen (3/4 Leggings und einem Shirt mit abgeschnittenen Ärmeln – mein Wortschatz ist geschrumpft hab ich das Gefühl :D ). Ich legte meinen Kapuzenpulli über das Kopfkissen und versuchte zu schlafen. Der Belgier fing irgendwann an sich zu drehen und zu wenden, aufzustehen und teilte uns dann mit, er hat zahlreiche Bisse und zeigte uns seinen Rücken! Ja, er hatte eine Menge Bisse! Wir schauten uns die Betten an, weil ich vom Freund meiner Schwester erfahren hatte, dass man die bed bugs (Bettwanzen) sehen kann! Und tatsächlich! Alle 3 Betten hatten eine Reihe davon herumkrabbeln! Der Belgier hatte am meisten Pech weil er ohne T-Shirt drin lag. Der Kanadier hatte das dünne Tuch, das als Zudecke dienen sollte, als 2. Laken benutzt und hat nur an den Beinen ein wenig abbekommen und ich bin sogar ohne Bisse davongekommen! Vielleicht war es das Anti-Brumm forte (ein Mittel gegen Mücken, Zecken und so Viehzeug), das ich jeden Abend benutze, was mich unappetitlich gemacht hat – ich weiß es nicht..  Trotzdem an dieser Stelle ein dickes Danke an Felix für die Empfehlung! Das war gut investiertes Geld!

Um 2 Uhr nachts räumten wir also unser Zimmer und setzten uns planlos in die Eingangshalle. Raus konnten wir nicht, da alles abgeschlossen war. Wir überlegten und unser Radau rief dann doch einen etwas älteren Mitarbeiter hervor, der teilnahmslos unsere Beschwerde entgegennahm, planlos hin und her lief, sich dann unsere Betten anschaute und nichts darin finde konnte! Der Belgier wurde etwas grantiger (verständlicher Weise) aber nicht unhöflich und zeigte ihm die Bettwanzen, die gut sichtbar auf den Betten krabbelten.

Der Mitarbeiter weckte den Eigentümer, der unbeeindruckt und relativ schnell einwilligte und den kompletten Preis zu erstatten und so saßen wir um 2.30 Uhr auf der Straße. Keine Unterkunft, alles dunkel, alles ruhig und leer…

Total planlos standen wir da. Überlegten, was wir machen sollten. Noch eine neue Unterkunft suchen oder einfach die dreieinhalb Stunden bis Sonnenaufgang auf einer Bank am Straßenrand abwarten. Die Lösung kam in Form eines TukTuks und einem französischen Pärchens, die auf der Suche nach einer Unterkunft waren. Nach unserer Story war das Breeze Guest House keine Option mehr und der TukTuk-Fahrer brachte uns zu einem anderen Hotel nicht weit entfernt. Ein sauberes Zimmer mit 3 ordentlichen Einzelbetten, mit eigenem Bad, Klimaanlage und Frühstück für nur 32 USD! Also quasi gleicher Preis für so viel mehr „Luxus“! Wir waren happy und konnten doch noch ein paar Stunden schlafen in dieser Nacht!

4 Gedanken zu “Bed bugs in Mawlamyine, Myanmar

  1. Stefan Schulte-Derne schreibt:

    Das nenne ich mal eine unangenehme Nacht, die ihr da verbracht habt !
    Ich verfolge deine Reise mit Spannung mit dem Finger auf der Landkarte, hätte man früher gesagt, heute mit dem Cursor auf dem Bildschirm. Und ich muss feststellen, Du führst mich an Orte, wie z.B. Mawlamyine, von denen im Lebtag noch nichts gehört habe. Es ist sehr interessant zu lesen wie es dort zugeht und wie die Menschen leben. Viel Spaß in den nächsten Tagen und hoffentlich keine Bed Bugs mehr.
    LG Stefan

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  2. Monika schreibt:

    Da werden bei mir doch gleich unangenehme Erinnerungen wach! Bed bugs! Ich hatte 1997 das Vergnügen der unangenehmen Gesellen im Senegal. Über 100 Bisse an einem Oberschenkel. Ich hoffe, du bleibst in Zukunft von den kleinen Kerlchen verschont. :-)

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