Annapurna Circuit Tag 10: Muktinath bis Tatopani 

Endlich wieder ein Tag, an dem ich ausschlafen konnte! Ich wurde zwar trotzdem früh wach, weil ich die letzten Tage immer gegen 6.30 Uhr aufgestanden bin, aber heute konnte ich liegenbleiben. 

Durch das gestrige viele auf- und ablaufen habe ich Muskelkater bekommen, wie die meisten anderen auch. Ich spüre sämtliche Muskeln in den Beinen, im Rücken und rechten Arm (weil ich meinen Wanderstock immer nur Inder rechten Hand hatte). Aber bei weitem nicht der schlimmste Muskelkater den ich je hatte.

Shak Shuka

Auf Rat der israelischen Truppe probierte ich zum Frühstück Shak Shuka. Ein typisches israelisches Gericht aus Tomatensoße, Spiegeleiern und Yakkäse (der nicht standardmäßig dazu gehört, aber sehr lecker ist), das mit Chapatti (Brotfladen) gegessen wurde. Ich fand es super lecker :)

Jeep nach Jomsom

Ursprünglich war geplant, dass wir bis Jomsom wandern. Da ich aber sowieso wunde Füße habe und alle anderen ebenfalls einen Jeep nahmen, schlossen wir uns an. Mit den Transportmitteln ist das hier so eine Sache. Der Jeep fährt nämlich nur, wenn 12 Leute zusammen kommen. Wenn man Pech hat, sitzt man also fest oder muss zu Fuß gehen. Wir waren 11 Leute und konnten durch das Zahlen von 30 Rupien mehr bewirken, dass der Jeep sofort fuhr.

Muktinath nach Jomsom

Eine Stunde ging die Fahrt über die holprigen Straßen. Zu elft saßen wir gequetscht in dem Jeep. Das ist hier Standard. Jedes Fahrzeug wird überladen, bis auch ja nichts mehr hinein passt. Komfort ist hier unbekannt und bei den nicht geteerten Straßen alles andere als vorhanden. Mit 10 bis 30 km/h geht’s über Stock und Stein entlang der staubigen Straße. Rechts von uns geht es meterweit in die Tiefe. Keine Geländer und nichts. Aber trotzdem fühlte ich mich sicher in dem Jeep, auch wenn die Fahrt sehr ruckelig ist und man sich ständig abstürzen und festhalten muss. Anschnallen ist hier nicht angesagt. Gurte gibt es nicht – fällt mir gerade mal so auf :D

Jomsom nach Ghasa im lokalen Bus

In Jomsom gibt es übrigens den einzigen Geldautomaten auf dem Annapurna Circuit seit wir Besisahar verlassen haben. Also vorab gut Geld mitbringen, sonst wird’s schwierig!

Von Jomsom wollten wir direkt nach Tatopani fahren, was aber nicht funktionierte, da die Israelis mit ihren 3 Portern genau 12 Leute waren und der Jeep damit voll (bzw. überladen) war. Und 10 andere Leute, die nach Tatopani wollten, gab es nicht. Also blieb uns nur der lokale Bus bis Ghasa übrig. 28 Personen wurden benötigt, damit er fuhr. Abfahrtszeiten gibt es auch hier scheinbar nicht. Erst wenn ausreichend Leute da sind, geht’s los. Wir hatten „Glück“ und der Bus war bereits recht voll. Nur die hinterste Reihe war noch frei, die die Spanierin und ich uns mit 3 nepalesischen Jungs teilen durften. Ich habe geguckt und konnte nur 20 Sitzplätze zählen, aber 28 passen hinein nach nepalesischer Art :D sodass wir hinten schön dicht gedrängt saßen. Und nicht nur das.. Wer in Nepal (oder Indien wahrscheinlich auch) noch nicht Bus in der letzten Reihe gefahren ist, kann sich die Fahrt wohl kaum vorstellen. In einem alten Bus – Federung gleich Null – geht es die selben Straßen entlang, die auch die Jeeps fahren. Also ungeteert, pures Gelände, Löcher und Steine, Pfützen oder Flüsse die passiert werden müssen, Holzbrücken von denen man meint, die können das unter keinen Umständen aushalten.. Dementsprechend unbequem und hopsend ist die Fahrt. Alle paar Minuten fliegt man hoch, wird von links nach rechts und vorne nach hinten geschüttelt. Manchmal könnte man meinen, der gesamte Bus kippt gleich. Ganze drei Stunden ging die Fahrt und meine Arme waren am Ende müde vom festhalten und abstützen. Kurz vor Ghasa wurde es so schlimm, dass ich mich an der Decke abstützte, um zu vermeiden bei einem nächsten Hopser mit dem Kopf an der Decke zu landen.

Der lokale Bus ist definitiv nichts für schwache Nerven oder Leute, die  viel Wert auf Komfort legen.

Spannend wird es auch jedes Mal, wenn auf den engen Straßen Autos oder gar Busse entgegen kommen. Meistens sind sie nur ein- bis anderthalbspurig. Aber irgendwie schaffen sie es immer aneinander vorbei – wenn auch um Haaresbreite. Und an der einen Seite der ungesicherte, metertiefe Abgrund!

Nach drei anstrengenden Stunden kamen wir um 18 Uhr in Ghasa an und bekamen bei Ankunft direkt den Bus nach Tatopani angeboten. Die Insassen waren übrigens in beiden Bussen wieder mal 90% Männer, aber zum Glück überhaupt nicht aufdringlich, sondern teilweise sehr hilfsbereit.

Wir machten direkt klar, dass wir nicht nochmal in der letzten Reihe sitzen würden, aber alle weiterfahrenden saßen bereits im Bus und die vorderen Plätze waren belegt, da diese bequemer sind und man nicht abhebt, wie in den letzten Reihen. Witziger Weise stellte sich heraus, dass alle im falschen Bus saßen! Der Fahrer fuhr einen anderen Bus und so waren wir, die noch draußen standen, natürlich schneller in dem anderen und sicherten uns Plätze vorne.

Eine Stunde dauerte es nach Tatopani und die Fahrt war wesentlich angenehmer wegen unserer Plätze vorne. Unterwegs wurde es dunkel und bis wir ankamen herrschte komplette Dunkelheit. Nur der Halbmond spendete etwas Licht. Wir erreichten Tatopani und fanden ein nettes Hotel, in dem wir auch die istaelische Gruppe wieder trafen.

Dal Bhat

Das erste Mal seit Verlassen des Ashrams bestellte ich mir eine spezielle vegetarische Version des Dal Bhat. Dal Bhat ist Reis mit einer Art Linsensuppe. Meine spezielle Version hatte noch einen kleinen Salat, vegetarisches Curry und Joghurtsoße dabei. Der Vorteil bei diesem Gericht ist, dass – egal in welchem Restaurant man es bestellt – es immer nachgefüllt wird! Quasi immer „all you can eat“. Es ist das meist gegessene Gericht der Nepalis.

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